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SKIGEBIETE: Billiger, besser oder vor dem Aus

Starker Franken und milde Winter machen den Bergbahnen zu schaffen. Die einen setzen auf Dumpingabos, die anderen auf Zusatzangebote. Immerhin steigen die Preise nicht.
Eva Novak
Ab auf die Ski: Um mehr Gäste auf die Pisten zu bringen, werden Saisonabos im Vorverkauf immer billiger. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Rechnung für einzelne Bahnen aufgeht. (Bild: Leo Duperrex/Keystone (Crans-Montana, 6. Januar 2017))

Ab auf die Ski: Um mehr Gäste auf die Pisten zu bringen, werden Saisonabos im Vorverkauf immer billiger. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Rechnung für einzelne Bahnen aufgeht. (Bild: Leo Duperrex/Keystone (Crans-Montana, 6. Januar 2017))

Eva Novak

Der herbstliche Kälteeinbruch lässt die Verantwortlichen in den Skiregionen für einmal auf einen frühen Saisonbeginn hoffen. Noch ein halber Meter Schnee, und der Gletscherlift am Titlis kann übernächstes Wochenende starten, freut sich Peter Reinle, Marketingleiter der Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG. Andere verströmen weniger Zuversicht: Der starke Franken und die schneearmen Winter der letzten Jahre machen ihnen zu schaffen. «Der Druck nimmt zu», sagt Ueli Stückelberger, Direktor von Seilbahnen Schweiz.

Während kleinere und tiefer gelegene Bahnen vor dem Aus stehen, liefern sich die grossen Destinationen einen Preiskampf in bisher unbekanntem Ausmass. Der grosse Renner sind Saisonabos zu Tiefstpreisen. Ausgelöst hat den Run Saas-Fee: Vergangenen Winter verscherbelte die Walliser Destination die Saisonkarte für 222 Franken.

Flat-Rate-Abos machen im Westen Schule

Die Konkurrenz tobte und beschuldigte die Saastaler des Preisdumpings, unter dem die ganze Branche leide. Doch die lautesten Kritiker sind inzwischen dem Beispiel gefolgt. In der Romandie lancierten im April 25 Skigebiete – darunter so bekannte wie Crans-Montana und Les Diablerets – einen «Magic Pass» für derzeit 399 Franken. Das Saisonabo fand fast 80000 Abnehmerinnen und Abnehmer. Es folgten die vier grössten bernischen Skigebiete – Jungfrau- Region, Gstaad, Meiringen-Hasliberg und Adelboden-Lenk. Mit 666 Franken ist ihr Flat-Rate-Abo zwar deutlich teurer, bietet aber Zugang zu 666 Pistenkilometern.

All diesen Angeboten ist gemein, dass sie nur im Vorverkauf zu haben sind. Spätestens Mitte Dezember ist Schluss. «Damit bewegt man die Leute dazu, unabhängig vom Wetter ein Abo zu kaufen», sagt Stückelberger. «Wenn sie auch mehr Ski fahren, als sie ursprünglich wollten, dann ist es ein Erfolg.» Einen solchen kann der Tiefpreispionier vermelden: In der letzten Saison habe man 50 Prozent mehr Ersteintritte generiert, sagt Urs Zurbriggen, stellvertretender Direktor der Saastal Bergbahnen AG. «Vor allem an den Wochenenden konnten wir extrem zulegen.» Deshalb halte man am 222-Franken-Abo fest und baue das «Hammerangebot», das auch in diesem Jahr weit mehr als die als Mindestgrösse bestimmten 77 777 Fans fand, noch aus.

Setzt das die anderen Destinationen unter Zugzwang? Den Nachbarort offenbar nicht: Die Zermatt Bergbahnen AG erzielte vergangenen Winter ein absolutes Rekordergebnis, und das ganz ohne Flat-Rate-Abo. Für die Zukunft ist laut Mediensprecherin Valérie Perren ebenfalls kein solches geplant: «Sich unter dem Preis zu verkaufen, halten wir für nicht förderlich für die Branche.»

Ähnlich tönt es von der Aletsch-Arena auf der gegenüberliegenden Seite des Rhonetals, die den Umsatz letzte Saison ebenfalls steigern konnte. Die Preise zu senken, sei der falsche Weg, sagt Bahn-CEO Valentin König: «Wir setzen auf die Strategie ‹Besser statt billiger›.» Für das gleiche Geld bekomme der Gast mehr: Für ein Saisonabo gibt’s neu fünf Gratis-Skitage in den vier Vallées und den Portes du Soleil. Wer einen Skipass ab sechs Tagen kauft, erhält einen 50-Franken-Gutschein für den Sommer. Ausserdem können Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre Samstags gratis Ski fahren.

Wo keine besonderen Angebote geplant sind und die Preise nicht sinken, steigen sie zumindest nicht. Wie am Titlis, wo man auch auf eine erfolgreiche Saison zurückblickt. Tiefpreisangebote nach dem Vorbild von Saas-Fee sind hier schon nur aus Kapazitätsgründen kein Thema: «Wenn viel mehr Saisonkarten in Umlauf wären, hätten wir Angst, an schönen Wochenenden überrannt zu werden», sagt Reinle. Stattdessen setze man in der Zentralschweiz auf Kontinuität: «Wir halten an unserem bewährten und fairen Preis-Leistungs-Verhältnis fest.»

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