Bundesrat
Sogar Weltwoche-Chef Köppel rechnet mit Widmer-Schlumpf

Die SVP-nahe Weltwoche möchte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf am liebsten weghaben. Das werde wohl nicht gelingen, sagt deren Chef Roger Köppel nun zähneknirschend.

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«Widmer-Schlumpf wird wohl wiedergewählt werden», sagt der Weltwoche-Chef in der Sendung «Duell aktuell» auf Tele M1.

Duell aktuell

Wen in den Bundesrat wählen? Einer der beiden SVP-Kandidaten oder die amtierende Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf. In der Sendung «Duell aktuell» diskutieren az-Chefredaktor Christian Dorer und Weltwoche-Chef Roger Köppel diese Frage. Moderiert wird das Duell von Wener De Schepper, stv. Chefredaktor der az. Die Sendung wird um 18.30 Uhr ausgestrahlt und bis Mitternacht stündlich wiederholt.

Christian Dorer, Chefredaktor der az, sieht das gleich. Die Wahrscheinlichkeit einer Wiederwahl veranschlagt er auf 60 Prozent. Mit ein Grund für die Wiederwahl ist für Dorer die gute Arbeit, die die Finanzministerin geleistet hat. «Wo man sich im Finanzdepartement auch umhört: Widmer-Schlumpfs Arbeit wird gelobt», sagt Dorer. Die von der SVP vorgeschlagenen beiden Kandidaten, Bruno Zuppiger und Jean-François Rime, würden sich zudem nicht als Bundesräte aufdrängen. Die Konkordanz, wonach die grössten Parteien im Gremium gemäss ihrer Stärke vertreten sein sollen, könne später noch hergesetellt werden.

Köppel kann auch mit Zuppiger leben

Köppel, der sich vor kurzem noch für den Unternehmer Peter Spuhler als Bundesrat stark gemacht hatte, könnte mit Zuppiger und Rime leben. «Sie werden den Job nicht schlechter und besser machen als die anderen», sagt er. Vor den Wahlen hatte Köppels Blatt Zuppiger allerdings noch als «Anpasser» gebrandmarkt und ihn nicht zur Wahl empfohlen.

Der Weltwoche-Chef empfiehlt der SVP, nur gegen den Sitz von Widmer-Schlumpf in die Kampfwahl zu ziehen, nicht aber gegen die FDP und Johann Schneider-Ammann anzutreten.

Diese Art von Grandezza würde es der SVP erlauben, als moralische Siegerin von dannen zu ziehen. Und auch den Brückenbau hin zu den Freisinnigen ermöglichen. Ob sich die SVP an Köppels Ratschlag hält, bezweifelt allerdings sogar der Ratgeber selbst.

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