Sommerferien in der Schweiz sollen möglich sein - Bundesrat will Tourismus im Juni öffnen

Die Tourismusbranche fühlte sich vom Bund übergangen. Am Sonntag trafen Branchenvertreter in Bern nun Bundespräsidentin Sommaruga. Sie erklärte, dass der Tourismus möglichst schon im Juni hochgefahren werden soll. 

Lucien Fluri
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Tourismus-Attraktionen, wie hier auf der Rigi, will der Bundesrat frühstens ab dem 8. Juni öffnen.

Tourismus-Attraktionen, wie hier auf der Rigi, will der Bundesrat frühstens ab dem 8. Juni öffnen. 

Gaetan Bally/Keystone

Ferien in der Schweiz? Das sollte für die Schweizerinnen und Schweizer im Sommer möglich sein. Freizeitanlagen wie Seilbahnen könnten bereits im Juni wieder hochgefahren werden. «In der Schweiz sollte im Sommer Einiges möglich sein», betonte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am Sonntagnachmittag in Bern.

Zuvor hatte sie, gemeinsam mit Gesundheitsminister Alain Berset und Wirtschaftsminister Guy Parmelin, Vertreter aus Tourismus, Gastronomie und Hotellerie getroffen. Entscheidend für mögliche Lockerungsschritte sei, wie sich die Situation in den Wochen nach dem 11. Mai entwickle, wenn Läden und Schulen wieder geöffnet werden.

Sommerferien am Badestrand? In dieser Frage gibt es für die Schweizerinnen und Schweizer dagegen derzeit wenig Hoffnung. «Stand heute werden Auslandferien diesen Sommer nur begrenzt bis gar nicht möglich sein», sagte Aussenminister Ignazio Cassis am Samstag im «Blick». «Wann und wo wir wieder Auslandferien machen können, lässt sich noch nicht beantworten.»

Zwar wird der Bundesrat bereits am Mittwoch über erste Lockerungen des rigiden Grenzregimes diskutieren. Das Departement von Justizministerin Karin Keller-Sutter bestätigt einen Bericht der «NZZ am Sonntag». Ziel sei es, «auch an der Grenze den Weg zurück in eine Normalisierung zu finden, mit einer schrittweisen Rückführung zum freien Personenverkehr mit der EU».

Trotzdem sollten sich Reisewillige vorderhand wenig Hoffnung machen. Die ersten Öffnungen dürften Fachkräfte betreffen sowie Familienzusammenführungen.

Hotellerie-Präsident: Schweizer können fehlende Gäste aus dem Ausland nicht ersetzen

Zufrieden mit dem Gespräch  in Bern und den Plänen des Bundes für den Schweizer Tourismus ist Andreas Züllig, Präsident von Hotelleriesuisse. Die Tourismusbranche unterstütze ein «sukzessives Herauffahren», auch um eine zweite Welle zu verhindern. Züllig, der ein Hotel auf der Lenzerheide betreibt, ist für Auffahrt – bei einer maximalen Belegung von 50 Prozent des ansonsten Möglichen - bereits ausgebucht.

Trotzdem könnten die Hoteliers alleine mit Schweizer Gästen, die vornehmlich während der Schulferien kommen dürften, den Wegfall der ausländischen Touristen nicht auffangen 55 Prozent der 40 Mio. Logiernächte in der Schweiz gehen auf ausländische Gäste zurück. «Und auch der Schweizer Geschäftstourismus geht massiv zurück», sagt Hotelier Züllig.