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Sozialwerke und der Missbrauch der Solidarität

Fabian Fellmann über die Praxis, Saisonmitarbeiter jeweils zur Arbeitslosenkasse zu schicken.
Fabian Fellmann
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Es ist bequem und billig für Arbeitgeber und Angestellte: Ausländer erhalten eine Saisonstelle, werden dann einige Monate lang zur Arbeitslosenkasse geschickt und kehren danach zurück. In einigen kantonalen Wirtschaftszweigen findet dieser Trick bei jedem zweiten Arbeitslosen Anwendung, vor allem in der Gastro- und der Baubranche. Doch die Masche ist ein Missbrauch der Solidarität aller anderen, die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung zahlen.

Den Riegel vorschieben müssten die Kantone: Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren können Arbeitnehmer dazu drängen, eine Festanstellung zu suchen, statt einfach in der Arbeitslosenversicherung zu überwintern. Mehr Druck von der Arbeitslosenkasse erhöht für die Chefs das Risiko, dass die Arbeiter in der nächsten Saison nicht zurückkehren.

Wollen Arbeitgeber bewährte Angestellte behalten, müssen sie mehr zu ihnen Sorge tragen und dafür schauen, dass sie dauerhafte Stellen anbieten können. Ansätze dafür gibt es: In einem Pilotprojekt schicken Tessiner Hotels ihre Leute im Winter in Bündner Betriebe. Einfach ist diese Aufgabe nicht. Doch bleiben die Kantone lasch, zementieren sie Wirtschaftsstrukturen, die langfristig nicht erfolgreich sein können.

Fabian Fellmann

fabian.fellmann@luzernerzeitung.ch

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