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Spion ist geständig: Der Ball liegt jetzt in Bern

Christoph Reichmuth über den geständigen Schweizer Spion.
Christoph Reichmuth, Berlin
Christoph Reichmuth (Bild: Rudi-Renoir Appoldt, info@rrenoi)

Christoph Reichmuth (Bild: Rudi-Renoir Appoldt, info@rrenoi)

Agenten lieben die Verschwiegenheit. Wenn sie allerdings dilettantisch zu Werke gehen, landen sie vor Gericht und müssen plaudern. So geschehen ist dies dem Spion Daniel M., der offenbar im Auftrag des Schweizer Nachrichtendienstes bei der Steuerverwaltung in Nordrhein-Westfalen herumschnüffeln sollte. Akten belegen, wie amateurhaft der Ex-Polizist vorgegangen ist. So tauschte er unverschlüsselt E-Mails mit Klarnamen über sein privates Konto aus. Nicht viel besser steht es ums Image des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB). Der Richter konnte gestern kaum glauben, dass NDB-Vize Paul Zinniker Daniel M. am Zürcher Flughafen inkognito treffen wollte. Nun denn: Daniel M. hat Hintergründe geliefert. Vermutlich ist er nach Leistung einer Geldauflage bald ein freier, auf Bewährung verurteilter Mann. Der in der Causa Daniel M. eisern schweigende NDB kann hoffen, dass über die peinliche Angelegenheit bald Gras wächst. Und Deutschland wird es recht sein, wenn die damalige Epoche medial nicht wieder ausgeschlachtet wird. Schliesslich heftete dem Ankauf von Steuer-CDs mit geklauten Kontodaten stets der Vorwurf der Hehlerei an. Die Rolle der Schweizer Ermittlungsbehörden bleibt weiter unklar. Der Ball liegt nun beim Schweizer Parlament.

Christoph Reichmuth, Berlin

christoph.reichmuth@luzernerzeitung.ch

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