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Krankenkassen-Prämien: Spitzenplatz für Uri, Luzern bleibt am teuersten

In fünf der sechs Zen­tralschweizer Kantone steigen die Krankenkassenprämien unterdurchschnittlich.

Dies zeigen die Zahlen, welche das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gestern veröffentlicht hat. Erstmals weist der Bund die sogenannte mittlere Prämie aus, welche unterschiedliche Franchisen und Versicherungsmodelle berücksichtigt. Bisher wurde die ordentliche Prämie kommuniziert.

Im Kanton Uri sinkt die mittlere Prämie um 1,5 Prozent, in Zug gibt es eine Nullrunde. In allen anderen Kantonen steigen die Prämien: In Luzern um 0,6 Prozent, in Obwalden um 0,9, in Schwyz um 1,6 und in Nidwalden um 1,9 Prozent. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 1,2 Prozent. Für die jungen Erwachsenen (19 bis 25 Jahre) sinken die Prämien um 39 (Nidwalden) bis 49 Prozent (Zug). Dies, weil das eidgenössische Parlament diese Gruppe entlastet. Bei Kindern steigen die Prämien um 0,9 (Zug) bis 2,9 Prozent (Nidwalden).

288 Franken pro Monat in Uri, 325 Franken in Luzern

In Uri sinkt nicht nur die mittlere Prämie über alle Altersklassen, Erwachsene müssen dort, verglichen mit der Zentralschweiz, auch effektiv am wenigsten tief in die Tasche greifen. Die mittlere Prämie für über 26-Jährige beläuft sich auf 288 Franken, 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr. In Nidwalden beträgt der Anstieg 3,4 Prozent. Dennoch bezahlen die über 26-jährigen Versicherten mit 293 Franken die zweittiefste Prämie in der Zentralschweiz. Die höchsten Prämien zahlen weiterhin die Luzerner mit 325 Franken. Der schweizerische Durchschnitt liegt bei 372 Franken.

Trotz der scheinbar positiven Entwicklung ist die Freude im Kanton Uri «sehr geteilt», wie Roland Hartmann, Generalsekretär der Gesundheitsdirektion, sagt. «Die neue Verwendung der mittleren Prämien ergibt für die einzelnen Versicherten ein etwas verzerrtes Bild.» Würde man nämlich wie bisher die ordentliche Prämie ausweisen, würde diese um 1 Prozent für Erwachsene steigen. «Dieser Anstieg ist für uns nicht nachvollziehbar», sagt Hartmann, der eine Nullrunde bei allen Kassen erwartet hätte. Denn die Gesundheitskosten im Kanton Uri seien nicht gestiegen. Erfreulich sei aber, dass die Urner nur medizinische Leistungen in Anspruch nehmen, wenn sie diese auch wirklich benötigen.

Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) ist erfreut, dass sowohl der Prämienanstieg wie auch die Höhe der Prämien im gesamtschweizerischen Vergleich unterdurchschnittlich sind. «Dennoch ist das noch lange keine Trendwende», sagt Graf. Aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts würden die Prämien auch in Zukunft steigen. Es sei deshalb wichtig, dass sich alle Beteiligten intensiv darum bemühen, das Kostenwachstum im Gesundheitswesen zu senken. «Medizin ist nicht einfach ein Konsumgut. In diesem Sinne braucht es ein Umdenken.» Es sollen nur noch Leistungen bezogen werden, die wirklich nötig sind.

Kleine Kostenverschiebung mit ambulant vor stationär

Speziell für tiefere Prämien geweibelt ist der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister (CVP). Da die Prämien im Kanton Zug in den letzten Jahren stärker gestiegen seien als die Kosten, hat er bei den Krankenkassen interveniert. Dies sei nun berücksichtigt worden, freut sich Pfister. Ausgezahlt habe sich auch der Grundsatz ambulant vor stationär, sind sich der Zuger und Luzerner Gesundheitsdirektor einig. Der Systemwechsel habe nicht zu einem Anstieg der Prämien geführt. Pfister ergänzt: «Zwar findet eine kleine Kostenverschiebung statt. Weil aber die ambulanten Eingriffe günstiger sind als die stationären Behandlungen, sind die Kosten unter dem Strich doch tiefer. Die Kostenverschiebung wirkt sich deshalb nicht auf die Prämien aus.»

Für Martin Pfister ist klar, dass es weitere Massnahmen braucht, um die Kosten im Gesundheitswesen im Griff zu behalten. «Es ist nicht garantiert, dass die Prämien nach diesem Jahr der Erholung nicht wieder deutlicher steigen.» Aktuell stehe die Spitalplanung im Zentrum und der vom Bundesrat geplante Experimentierartikel. (cgl)

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