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Sprachkompetenz

Bürokratisch

Beamte sind Menschen, die den lieben langen Tag Däumchen drehen und sich verzweifelt zu beschäftigen suchen. Dieses gängige Vorurteil ist nun offenbar auch in der Bundesverwaltung angekommen. Zumindest würde es erklären, warum die «Delegierte des Bundes für Mehrsprachigkeit» die mehr als 38000 Bundesangestellten kürzlich aufgefordert hat, ihre Kenntnisse in Deutsch, Französisch, Italienisch und weiteren Sprachen zu erfassen.

Dabei erfuhren diese nicht nur, dass es die Delegierte gibt (übrigens schon seit mehr als vier Jahren) und dass sie Nicoletta Mariolini heisst. Sie erhielten auch Kenntnis von GER, dem «Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen», welcher sechs Stufen und Ni­veaus von A1 bis C2 umfasst und der ESK, der «Evaluation der Sprachkompetenzen», zu Grunde liegt. So heisst Mariolinis Projekt, das die Delegierte gemäss eidgenössischem Personalamt «mit Hilfe externer Fachpersonen» mit einer Applikation zur Erfassung umgesetzt hat.

Nun mag das auch für ausreichend beschäftigte Nichtbeamtete ziemlich kompliziert klingen. In der Umsetzung aber erwies sich die Erhebung der Sprachkompetenz als ausgesprochen einfach. Von den eigenen Fähigkeiten überzeugte Bundesangestellte brauchten bloss überall «C2» anzuklicken und damit kundzutun, dass sie in der betreffenden Sprache über exzellente Kenntnisse verfügen. Notorische Selbstzweifler hingegen wählten «A1», um sich als Sprach-Banausen zu outen. Nachgeprüft wurde beides nicht, denn die Evaluation beruht auf Selbsteinschätzung.

Und dann gab es noch die Unzähligen, welche sich einfach weigerten, der Aufforderung Folge zu leisten. Weil sie dazu schlicht keine Zeit fanden – allen Vorurteilen zum Trotz. (eno)

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