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Radiostudio Bern: Die SRG-Pläne stossen auf breiten Widerstand

Um Kosten zu sparen, will die SRG das Radiostudio von Bern nach Zürich verlegen. Politiker von SP bis SVP protestieren dagegen: Sie warnen vor einer noch stärkeren Konzentration der Medienlandschaft.
Maja Briner
Leute demonstrieren während der Aktion "Pro Medienvielfalt" auf dem Bundesplatz in Bern. (BilD: KEYSTONE/Anthony Anex, 30. August 2018)

Leute demonstrieren während der Aktion "Pro Medienvielfalt" auf dem Bundesplatz in Bern. (BilD: KEYSTONE/Anthony Anex, 30. August 2018)

Die SRG sei zu gross, zu übermächtig: Diese Kritik war im Abstimmungskampf zur No-Billag-Initiative oft zu hören. Die SRG kündigte daraufhin an, 100 Millionen Franken zu sparen. Eine Massnahme, die sie prüft, sorgt nun aber für breiten Protest: die Verlegung des Radiostudios von Bern nach Zürich.

Gestern Abend demonstrierten Journalisten und Gewerkschaften in Bern dagegen. «Medienvielfalt statt Einheitsbrei», lautete die Parole. Die Pläne haben Politiker von links bis rechts aufgeschreckt. In kurzen Videos melden sich Nationalräte aus allen grossen Parteien zu Wort – und kritisieren die SRG-Spitze mit zum Teil markigen Worten.

CVP-Präsident Gerhard Pfister etwa wirft der SRG implizit Wortbruch vor: «Eine Zentralisierung der Information in Zürich ist genau das Gegenteil davon, was die SRG unter anderem im Abstimmungskampf gegen No-Billag versprochen hat.» Auch FDP-Nationalrat Kurt Fluri (SO) erinnert daran, dass die SRG im Abstimmungskampf ihre Verankerung in den Regionen betont habe. Der Umzug des Radiostudios «wäre ein Schlag ins Gesicht der Unterstützer der SRG im Kampf gegen die No-Billag-Initiative», sagt Fluri.

«Hier wird am falschen Ort gespart»

Erstaunlicherweise kommt auch Kritik von der SVP – jener Partei, welche am lautesten nach Einsparungen bei der SRG ruft. Der Berner SVP-Nationalrat Adrian Amstutz warnt vor einem Verlust der Medienvielfalt und einer «weiteren Verzürcherung der Medienlandschaft».

Dass die SRG ihre Kosten senken will, ist eigentlich im Sinne der Politik. Ab kommendem Jahr erhält die SRG weniger Geld aus dem Gebührentopf. Der Umzug des Radiostudios sei aber der falsche Ort, um zu sparen, sagt Beat Vonlanthen. Der Freiburger CVP-Ständerat und Co-Präsident der parlamentarischen Gruppe Hauptstadtregion kämpft an vorderster Front gegen die Verlegung des Radiostudios. Er will zusammen mit CVP-Präsident Gerhard Pfister das Gespräch mit Parteikollege und SRG-Präsident Jean-Michel Cina suchen.

Sparziel: Fünf Millionen Franken

Ob die beiden CVP-Männer ihren Parteikollegen überzeugen können, wird sich zeigen: Der SRG-Verwaltungsrat will diesen Herbst definitiv über den Umzug entscheiden. Betroffen wären rund 170 Mitarbeitende. Sendungen wie «Heute morgen», «Echo der Zeit» und «Tagesgespräch» würden neu in Zürich statt in Bern produziert. Weiterhin in Bern bleiben würde die Bundeshausredaktion und die Regionalredaktion Bern, Freiburg, Wallis.

Fünf Millionen Franken sollen durch den Umzug jährlich eingespart werden, so das Ziel der SRG. Die neuen Gebäude in Zürich, die derzeit gebaut werden, seien kostengünstiger im Unterhalt, erklärt SRG-Sprecher Edi Estermann. Und den frei werdenden Platz in Bern könnte die SRG-Generaldirektion übernehmen, die derzeit am SRG-Hauptsitz im Berner Ostring einquartiert ist. Allerdings hat die SRG am Hauptsitz einen Mietvertrag bis 2032. Sie müsste also zuerst einen Nachmieter finden. Abklärungen dazu laufen, heisst es bei der SRG.

Die SRG betont, die Verlegung des Radiostudios bringe nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch «klare publizistische Gewinne»: Die SRF-Informationsinhalte für Radio, Fernsehen und Online könnten künftig an einem Standort hergestellt werden. «Zudem ist es vernünftiger, bei Immobilien zu sparen als beim Personal», sagt Sprecher Estermann.

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