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SRG und Service public: Ein Rempler an der Seitenlinie

Dominik Buholzer, Leiter ZaS, über die TV-Übertragungsrechte der Champions League.
Dominik Buholzer, Leiter «zentralschweiz Am Sonntag»
Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Gehört die Übertragung der Champions-League-Spiele zum Service public? Lange gab es überhaupt keinen Grund, sich diesbezüglich Gedanken zu machen. Die SRG war eine helvetische Selbstverständlichkeit, die Übertragung der Spiele der Königsklasse ebenso. Real gegen Arsenal oder Juve gegen Barcelona wird uns dienstags und mittwochs seit Jahren in die Stube geliefert. Die Partien gehören zum Grundangebot des Schweizer Fernsehens, auch wenn sie manchmal zum Gähnen langweilig sind.

Bald wären Fussballfans froh, sie bekämen wenigstens noch solche Spiele auf den Kanälen des Schweizer Fernsehens zu sehen. Ab der Saison 2018/19 drohen diese nur noch auf dem Bezahlsender Teleclub zu laufen. Es wird noch verhandelt, aber es droht Ungemach. Für Fussballfans kommt die Ankündigung einem Rempler an der Seitenlinie gleich, für die SVP ist es der Beweis dafür, dass der Markt spielt und somit Champions-League-Spiele nicht Bestandteil des Service public sind: «Wenn es ein Privater machen kann, braucht die SRG das nicht zu tun», sagte Nationalrat Gregor Rutz (SVP/ZH) am Dienstag und schlussfolgerte, dass die Einsparungen der SRG eine zusätzliche Reduktion der Empfangsgebühren zuliessen.

Darüber lässt sich diskutieren. Zielführend ist dies aber nicht. Oder muss jetzt Sendung für Sendung geprüft werden, was zum Service public gehört und ob bei einem Verzicht noch tiefere Empfangsgebühren drinliegen? Kernauftrag der SRG ist es, ein aktuelles, ausgewogenes und faires Informationsangebot zu gewährleisten, das in der Schweiz in dieser Form einzigartig ist. So zumindest ist dies auf deren Website nachzulesen. Was heisst das konkret? Beschränkt sich dies nur auf Informationssendungen wie die «Tagesschau», die Mittagsnachrichten und «10 vor 10», oder gehören Unterhaltungssendungen wie der «Bestatter» oder der «Samschtig-Jass» auch dazu?

Vollprogramm mit «Tageschau», «Musikantenstadl» und Co. oder ein Spartenprogramm, das sich rein auf Informationssendungen konzentriert? Es wäre höchste Zeit, die Diskussion in diese Richtung zu lenken. Dies bedingt aber auch, dass die SRG wirklich transparent macht, wozu genau sie Gebührengelder benötigt.

Dominik Buholzer, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»

dominik.buholzer@luzernerzeitung.ch

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