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ST. GALLEN: Protest gegen das Pyro-Urteil

Ein Fan des FC St.Gallen, der Pyro-Gegenstände aufs Spielfeld in der Luzerner Swisspor-Arena geworfen hatte, muss ins Gefängnis. Das Urteil löst Reaktionen in Fankreisen aus – und schwebte über dem Heimspiel der Espen am Mittwochabend im Kybunpark.
Kritik am Staat: Protestaktion von St.Gallen-Fans beim Heimspiel vom Mittwochabend gegen Luzern. (Bild: Daniel Walt / Tagblatt.ch)

Kritik am Staat: Protestaktion von St.Gallen-Fans beim Heimspiel vom Mittwochabend gegen Luzern. (Bild: Daniel Walt / Tagblatt.ch)

Der Zufall wollte es so: Just an dem Tag, an dem das Bundesstrafgericht einen Fan des FC St.Gallen wegen Pyrowürfen in einem Spiel gegen den FC Luzern ins Gefängnis schickte, spielten die beiden Mannschaften wieder gegeneinander. Dieses Mal zwar nicht in der Luzerner Swisspor-Arena, wo sich das entsprechende Geschehen im Februar 2016 abgespielt hatte, sondern im St.Galler Kybunpark. Trotzdem schwebte das Urteil über der Partie vom Mittwochabend.

Auch der Speaker nahm Bezug aufs Urteil

Bereits kurz nach Spielbeginn hissten Anhänger im Heimsektor zwei Transparente mit einem Spruch, der nur als Reaktion auf das Urteil zu deuten war. «Ä inszenierti Hexejagd lenkt vo de wohre Problem guet ab; mir stönd für üsi Fehler grad – aber nöd für die vom Staat», war darauf zu lesen. Zudem zündeten sowohl St.Galler als auch Luzerner Fans während des Spiels mehrfach pyrotechnische Gegenstände – laut Fankreisen teils auch aus Protest gegen die Gefängnisstrafe für den fehlbaren St.Galler Anhänger.

Stadionsprecher Richard Fischbacher mahnte derweil wie gewohnt – und wie immer erfolglos -, auf solche Aktionen zu verzichten. In einer Wortmeldung nahm selbst er implizit Bezug auf das Geschehen im Februar 2016 in der Swisspor-Arena: «Mir hend gseh, was debi usechoo chönnti», sagte Fischbacher während einer Pyroaktion in der zweiten Halbzeit. Ein Luzerner Anhänger hatte im Februar 2016 wegen des Knallkörpers einen irreversiblen Hörschaden erlitten, wie das Bundesstrafgericht feststellte.

Daniel Walt/Tagblatt.ch

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