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Staatssekretärin Baeriswyl tritt ab und wechselt nach New York

Aussenminister Ignazio Cassis teilte es heute morgen dem Gesamtbundesrat mit: Staatssekretärin Pascale Baeriswyl wird 2020 neue Chefin der Ständigen Mission der Schweiz in New York.
Othmar von Matt
Staatssekretärin Pascale Baeriswyl übernimmt im Frühling 2020 die Schweizer Uno-Mission in New York. (Bild: Keystone)

Staatssekretärin Pascale Baeriswyl übernimmt im Frühling 2020 die Schweizer Uno-Mission in New York. (Bild: Keystone)

Zaubern könne sie zwar nicht. Obwohl sie in der Kindheit einen Zauberkasten gehabt habe. «Ich versuche, dieses Defizit bis heute mit Kreativität und Knochenarbeit auszugleichen», sagte Pascale Baeriswyl im März 2017 in ihrem ersten Interview als neue Staatssekretärin des Aussenministeriums (EDA). Baeriswyl hatte ihren Job am 1. Dezember aufgenommen. Am 1. April 2017 kam noch die Nachfolge von Jacques de Watteville hinzu. Der Chefunterhändler mit der EU trat in den Ruhestand.

Damit befand sich Pascale Baeriswyl auf dem Zenit ihrer Macht. Zauberkräfte seien nicht nötig, um das Verhältnis Schweiz-EU zu verbessern, betonte sie im Interview. Beide Partner hätten kein Interesse an einem zerrütteten Verhältnis. «Die EU ist unsere wichtigste Handelspartnerin», sagte sie, «und aus Brüsseler Sicht kommen wir gleich hinter den USA und China.»

Mit Cassis begannen Aktien von Baeriswyl zu sinken

Als Ignazio Cassis im Oktober 2017 Didier Burkhalter als Aussenminister ersetzte, begannen die Aktien der Sozialdemokratin Baeriswyl allerdings zu sinken. Im Februar 2018 ernannte Cassis Roberto Balzaretti zum zentralen Mann der Schweizer Europapolitik. Der Tessiner leitet seither im Titel eines Staatssekretärs die Direktions für europäische Angelegenheiten (DEA) und ist Chefunterhändler mit der EU. Für Baeriswyl blieb der «Rest des Planeten», wie es Ignazio Cassis einmal ausgedrückt hatte.

EU-Chefunterhändler Roberto Balzaretti (links), Aussenminister Ignazio Cassis und Staatssekretärin Pascale Baeriswyl an der Medienkonferenz vom 31. Januar 2018. (Bild Keystone)

EU-Chefunterhändler Roberto Balzaretti (links), Aussenminister Ignazio Cassis und Staatssekretärin Pascale Baeriswyl an der Medienkonferenz vom 31. Januar 2018. (Bild Keystone)

Heute, knapp eineinhalb Jahre später, hat Aussenminister Ignazio Cassis dem Gesamtbundesrat mitgeteilt, dass Baeriswyl Bern verlässt und als Chefin der Ständigen Mission der Schweiz bei den Vereinten Nationen nach New York wechselt. Das berichtete der «Tages-Anzeiger». Das Aussenministerium hat das inzwischen bestätigt. Baeriswyl wird ihr Amt als Staatssekretärin noch bis Ende 2019 ausüben und den neuen Posten im Frühling 2020 antreten.

60 bilaterale Verhandlungen geführt

In der Medienmitteilung von heute würdigt das EDA Staatssekretärin Pascale Baeriswyl als «Diplomatin mit einem umfassenden multilateralen und bilateralen Leistungsausweis». Sie habe in ihrer bisherigen Amtszeit als Staatssekretärin über 60 bilaterale Verhandlungen und politische Konsultationen mit allen wichtigen Ländern der Welt geführt.

Zudem habe sie die Schweiz an zahlreichen Ministerkonferenzen vertreten, unter anderem bei den Vereinten Nationen UNO, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE und dem Verband Südostasiatischer Nationen ASEAN.

Das EDA betont auch, Baeriswyl habe als «Expertin für Frieden und Sicherheit» wesentliche Impulse für vier neue Schutzmachtmandate und auch bei der Friedensarbeit gesetzt, etwa in Kolumbien, Mosambik, dem Mittleren Osten oder Nepal.

Nach gut drei Jahren als Staatssekretärin wechselt Baeriswyl nach New York. Sie war 1968 in Bern geboren worden, hatte in Basel, Genf und Paris Jura, Geschichte, französische Literatur und Linguistik studiert und mit einem Lizentiat der Rechte und einem Lizentiat in Philologie abgeschlossen. Bevor sie in den diplomatischen Dienst wechselte, arbeitete sie als Forscherin für den schweizerischen Nationalfonds.

Ähnliches Schicksal wie Yves Rossier

Pascale Baeriswyl ereilt damit ein vergleichbares Schicksal wie Yves Rossier, ihren Vorgänger als Staatssekretär. Auch Rossier musste im August 2015 zunächst das Dossier Europa an Jacques de Watteville abtreten. Der Bundesrat hatte diesen zum Chef-Unterhändler für die Verhandlungen mit der EU ernannt. Baeriswyl musste das EU-Dossier im Februar 2018 an Balzaretti abtreten.

Im August 2016 trat Rossier dann von seinem Amt zurück und wurde im Oktober zum Botschafter der Schweiz in Russland ernannt. Seinen Staatssekretären-Job erbte Pascale Baeriswyl. Sie gibt ihn, nach drei Jahren, ebenfalls zurück. Und entschwindet über den Atlantik.

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