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Stalking-Vorwürfe gegen CVP-Nationalrat

Affäre Am Tag, an dem alle Online­portale des Landes die Stalking-Vor- würfe gegen ihn breitschlugen, war Yannick Buttet trotz allem ins Bundeshaus gekommen. Irgendwann gegen Mittag sass er lange Minuten im Nationalratssaal, versunken in sein Mobiltelefon; der 40-Jährige war gestern der einsamste Mann im Bundeshaus, auch wenn sich alle Kameras nach ihm drehten. Reden wollte Buttet nicht. Alles sei gesagt, liess er per SMS lediglich wissen.

Geäussert hatte sich der Walliser CVP-Nationalrat gegenüber «Le Temps». Die Westschweizer Zeitung schrieb gestern, dass gegen Buttet eine Strafanzeige eingegangen sei. Der Gemeindepräsident von Collombey-Muraz im Unterwallis soll laut dem Bericht seit dem Ende der ausserehelichen Beziehung vor einem Jahr eine ehemalige ­Geliebte mit SMS, E-Mails und Telefonanrufen bombardiert haben – zuweilen 50 Mal an einem Tag. Vor knapp zwei Wochen habe Buttet die Frau schliesslich an ihrem Wohnort aufgesucht. Rund 20AABB22Mal klingelte er an der Tür. Als die Frau die Polizei rief, versuchte Buttet, sich im Garten zu verstecken. Der verheiratete Vater zweier Kinder dementierte gegenüber «Le Temps» die Vorwürfe nicht. Er sei durch eine Ehekrise gegangen, die sein Verhalten beeinflusst habe. Buttet entschuldigte sich «bei allen, die ich unabsichtlich verletzt haben könnte».

Eine wertkonservative Nachwuchshoffnung

Buttet zählte in seiner Partei zu den Nachwuchshoffnungen, er galt als Kandidat für die Nachfolge des Walliser Ständerats Jean-René Fournier. Seit ­April 2016 war er zudem Vizepräsident der CVP. Doch das ist nun Geschichte. Am Morgen versandte die CVP ein Communiqué, laut dem Buttet seine Suspendierung als Vizepräsident beantragt habe. Später verurteilte Parteipräsident Gerhard Pfister, von Journalisten belagert, Buttets Verhalten als «inakzeptabel». Auf die Frage, ob dieser zurücktreten müsse, antwortete der Zuger, dass man die weiteren Schritte mit dem Präsidium, der Kantonalpartei und Buttet selbst besprechen werde. Der Präsident der CVP Unterwallis, Serge Métrailler, sprach von einem «unentschuldbaren Verhalten», so die Vorwürfe denn zuträfen. Falls der Walliser aus seiner Partei ausgeschlossen wird, müsste dies auf kantonaler Ebene passieren. Seinen Sitz im Nationalrat könnte er aber auch dann bis zum Legislaturende behalten.

Buttet liess gestern gegenüber ­Medien verlauten, dass er derzeit nicht abtreten will. Der Walliser deutete aber auch an, dass er seine politische Zukunft von einer Verurteilung abhängig macht. So oder so: Die Karriere des 40-Jährigen, der 2011 in den Nationalrat gewählt wurde, dürfte nach den Enthüllungen von gestern kaum noch zu retten sein. Buttet sitzt in der grossen Kammer zwar in der Umweltkommission, trat medial bisher aber vor allem mit seinen gesellschaftspolitischen Ansichten in Erscheinung. Als Vertreter des rechten CVP-Flügels setzte er sich etwa gegen mehr Rechte für Homosexuelle und für ein traditionelles Familienbild ein. Jetzt steht ausgerechnet der wertkonservative Buttet wegen pikanter Vorwürfe in den Schlagzeilen.

Dominic Wirth

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