STEUER-AFFÄRE: Schneider-Ammann in Bedrängnis

Experten äussern Zweifel, dass die Jersey-Geschäfte der Ammann Group legal waren.

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Bundesrat Johann Schneider-Ammann. (Bild: Archiv Keystone)

Bundesrat Johann Schneider-Ammann. (Bild: Archiv Keystone)

Unter der Leitung des heutigen Wirtschaftsministers Johann Schneider-Ammann hat die Ammann Group über eine Viertelmilliarde Franken im Steuerparadies Jersey angelegt. Dies in der Absicht, Steuern zu sparen, wie der Maschinenbauer zugibt. Dabei sei alles legal zugegangen, so die Ammann Group in einer Stellungnahme.

Steuerexperten äussern Zweifel an dieser Darstellung. Knackpunkt ist, ob die Ammann-Tochter Jersey Ltd. Personal auf Jersey hatte. Dokumente zeigen, dass die Verwaltung der Gelder «grösstenteils an verschiedene unabhängige Bankinstitute delegiert» worden ist. Erst 2007 wurde ein Verwalter von einer ansässigen Firma ausgeliehen. Bis zu diesem Zeitpunkt, so die Anwälte gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag», habe sich die Ammann Group «mindestens im Graubereich» befunden.

Steuern sind keine Kosten

Die Ammann Group rechtfertigt ihr Engagement auf Jersey mit unternehmerischer Verantwortung: «Es ist die Pflicht der Unternehmensleitung, zu sparen, um das Geld den unternehmerischen Zwecken zukommen zu lassen. Für das Unternehmen sind auch die Steuern Kosten.» Dieser Darstellung widerspricht der Ökonom und Wirtschaftsethiker Florian Wettstein: «Damit könnte man dann ja fast alles rechtfertigen: Ausbeutung der Mitarbeiter, Umweltverschmutzung – alles eine Verpflichtung zum Kostensparen?» Gemäss Wettstein sind Steuern keine Kosten: «Steuern sind eine Abgeltung für die vom Staat getätigten Infrastrukturinvestitionen, ohne die Unternehmertum gar nicht erst möglich wäre.»

<strong>Das ausführliche Interview lesen Sie in der &laquo;Zentralschweiz am Sonntag&raquo; oder im E-Paper.</strong>