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STEUERN: Wie Familien Steuern sparen

Wer für seine Kinder Ausgaben hat, kann Teile davon vom steuerbaren Einkommen abziehen. Nur: Wer profitiert bei Geschiedenen und Patchwork-Familien davon?
Die Belastung für Familien mit Kindern ist hoch. Da ist jede Einsparung bei der Steuerrechnung willkommen. (Bild: Getty)

Die Belastung für Familien mit Kindern ist hoch. Da ist jede Einsparung bei der Steuerrechnung willkommen. (Bild: Getty)

Rainer Rickenbach

Die Familienbesteuerung folge sehr wohl einer Logik, sagt Ruth Stadelmann, Steuerberaterin bei Balmer-Etienne in Luzern. «Im Grundsatz gilt: Wer für die Kosten der Kinder aufkommt, soll sie in der Steuererklärung auch geltend machen dürfen. Das ist freilich leichter festgelegt als umgesetzt, weil es heute sehr viele verschiedene Familienformen gibt», so Stadelmann. Nicht immer werden darum die Steuergesetze bis ins letzte Detail allen Beteiligten gerecht.

Per Mausklick zur Familienform

Bevor sich indes die Eltern daranmachen, die abzugsberechtigten Ausgaben für die Kinder in die Steuer­deklaration einzutragen, kommen sie nicht darum herum, erst einmal ihre eigene Position im Steuerrecht zu klären. Denn es macht bei den Kinderabzügen einen Unterschied, ob Vater und Mutter verheiratet oder im Konkubinat zusammen sind, ob sie getrennt leben oder ob sie nach einer Scheidung wieder heirateten und weitere Kinder in der neuen Ehe haben. Oder ob beide Elternteile berufstätig sind und wer Alimente bezahlt und wer sie erhält.

Von der Eidgenössischen Steuerverwaltung gibt es dazu Vorgaben. Die Software-Entwickler der Luzerner Dienststelle Steuern haben daraus ein hilfreiches Programm entwickelt, das es Steuerpflichtigen einfacher macht, den steuerlichen Status als Elternteil zu klären. Es findet sich auf der Steuer-Internetseite und nennt sich «Orientierungstool Familienbesteuerung».

Dort können sich die Eltern mit ihren Angaben einen Weg durch die Fragen bahnen, die für die Steuern in ihrer Familiensituation von Belang sind. Die Mausklicks beginnen bei der Familienform, führen weiter über Auskünfte zu Alimenten und Wohnort des Kindes bis hin zum elterlichen Sorgerecht. Ist das alles geklärt, tauchen verschiedene Hinweise auf. Sie machen deutlich, welche Auswirkungen die jeweilige Familiensituation auf die Kinderabzüge hat, wie hoch diese sind und wo genau sie in der Steuerklärung zu finden sind. Ein Teil der Kinderabzüge wird beim Ausfüllen der Steuererklärung automatisch abgerechnet. Das Orientierungstool lässt sich sowohl für die direkte Bundessteuer als auch für die Gemeinde- und Kantonssteuern verwenden.

Schlaue Software rechnet gleich aus

Einen Schritt weiter gehen die Schwyzer und die Nidwaldner. Wird die Steuer(rechts)erklärung mit deren Tax-Software ausgefüllt, erscheint im Programm eine Maske, unter der die jeweilige Familienkonstellation abgebildet und angeklickt werden kann. Sowohl für die direkte Bundessteuer als auch für die Kantons- und Gemeindesteuern scheinen die jeweils korrekten Abzüge automatisch in der Steuererklärung auf. «In der Software sind beinahe alle Familienformen direkt hinterlegt», sagt Markus Beeler, Vorsteher der kantonalen Steuerverwaltung Schwyz. In Nidwalden füllen 80 Prozent der Steuerpflichtigen die Steuererklärung am PC aus, in Schwyz «die grosse Mehrheit der Bevölkerung».

Entscheidungsbaum als Hilfe

Die Zuger Steuerverwaltung hat keine solche Software auf ihrer Internetseite, bietet bei Kinderabzügen aber eine andere Hilfestellung. «Wir haben ausführliche Entscheidungsbäume auf der Website aufgeschaltet», sagt Guido Jud, Leiter der kantonalen Steuerverwaltung. Mit diesen grafischen «Entscheidungsbäumen» liessen sich alle denkbaren Konstellationen durchgehen. Sie machen auch die Unterschiede zwischen den Abzügen für die direkte Bundessteuer und den anderen Steuern deutlich. Im Kanton Uri können sich die steuerpflichtigen Eltern auf der ersten Seite der Steuererklärung schlaumachen. «Bei der Steuerveranlagung prüfen die Einschätzer systemunterstützt die Selbstdeklaration und nehmen bei Bedarf die notwendigen Korrekturen vor», heisst es beim Amt für Steuern in Altdorf.

Wenn nötig Rat suchen

Trotz aller digitalen Hilfen der Steuerverwaltungen mit Software und Wegleitungen sind nicht alle Väter und Mütter in der Lage, nach einer gravierenden Änderung in der Familiensituation mit den steuerlichen Folgen der neuen Lebenssituation zurechtzukommen. Zumal sie nicht nur Änderungen bei den Kinderabzügen mit sich bringt.

Ruth Stadelmann von Balmer-Etienne rät: «In den Steuerämtern der Gemeinden erhält man stets Auskunft. Vielleicht lohnt es sich auch, einen Steuerbe­ra­- ter beizuziehen. Einmal genügt meistens, in den Jahren darauf lassen sich die aktualisierten Zahlen an den gleichen Stellen in der Steuererklärung eintragen.»

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