«Steuerparty» in Luzern: Finanzchefs rügen ihre Steuerkader

Die Kritik ist zwar versteckt, aber deutlich: An der Jahresversammlung der Schweizerischen Steuerkonferenz hätten Ausbildung und Diskussionen über Fachfragen im Zentrum zu stehen.

Anna Wanner
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Das Treffen der Schweizer Steuerkader kostete den Staat im vergangen Jahr 185'000 Franken. Der zweieinhalbstündige offizielle Teil wurde mit zwei Essen, einer Schiffrundfahrt, einem Bankett im 5-Sterne-Hotel und einem Barbesuch abgerundet. 105'000 Franken musste Luzern an die «Steuerparty» zahlen. Das ärgert SP und SVP. Denn Luzern muss sparen. Finanzdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) hält die Summe hingegen für vertretbar, da es sich beim Anlass um eine Jubiläum gehandelt habe, wie er gegenüber dieser Zeitung sagte. Er wehre sich aber dagegen, dass die Treffen der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK) zu Partys verkämen.

Fachliches steht im Zentrum

Gestern fühlte sich die Konferenz der Kantonalen Finanzdirektoren (FDK) bemüssigt, die Auslagen ihrer Steuerkader zu beurteilen. Die SSK leiste «sehr wertvolle Arbeit» und zwar «mit grossem Engagement», schreibt die FDK in einer Mitteilung. «In zahlreichen Arbeitsgruppen wird die Anwendung und Entwicklung des Steuerrechts diskutiert und koordiniert.» Ausbildung und Vernetzung seien für solche Branchen üblich, die Jahresversammlung diene auch dem informellen Austausch und sei also «gerechtfertigt».

Nach der ganzen Lobhudelei folgt dann doch noch Kritik: Die Auslagen für die Organisation der Jahresversammlung hätten im Rahmen zu bleiben. Das Präsidium der FDK fordert deshalb von der SSK, «dass bei diesen Anlässen die Ausbildung und die Diskussion von Fachfragen im Zentrum stehen».