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Peter Bürcher, Hoffnungsträger im Bistum Chur, dämpft die Erwartungen: «Ich kann keine Wunder vollbringen»

Der neue Apostolische Administrator des Bistums Chur heisst Peter Bürcher. Der frühere Bischof von Island erzählt, wie er das Bistum Chur führen will - und was er von der Landeskirche hält.
Interview: Kari Kälin
Peter Buercher, Apostolischer Administrator des Bistum Chur, aufgenommen im Bischoeflichen Schloss, am Donnerstag, 6. Juni 2019, in Chur. Peter Buercher leitet das Bistum nach dem Ruecktritt von Bischof Vitus Huonder. Er soll auch dessen Nachfolge einleiten. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Peter Buercher, Apostolischer Administrator des Bistum Chur, aufgenommen im Bischoeflichen Schloss, am Donnerstag, 6. Juni 2019, in Chur. Peter Buercher leitet das Bistum nach dem Ruecktritt von Bischof Vitus Huonder. Er soll auch dessen Nachfolge einleiten. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Der emeritierte Bischof Vitus Huonder vertrat einen sehr konservativen Kurs und hat damit viele Gläubige vor den Kopf gestossen. Nehmen Sie das Bistum Chur als gespalten wahr?

Peter Bürcher: Ich habe meine Arbeit erst vor gut zwei Wochen aufgenommen. Nach dieser kurzen Zeit kann ich diese Frage unmöglich beantworten. Ich habe aber erkannt, wie wichtig es ist, die Einheit im Bistum Chur zu stärken. Diese Losung gilt selbstverständlich auch für alle anderen Diözesen.

Nach all den Kontroversen rund um Vitus Huonder hoffen viele, dass Sie als Apostolischer Administrator eine Brücke schlagen zwischen den konservativen Katholiken und den Reformkatholiken. Wie gehen Sie mit diesen Erwartungen um?

Ich werde auf die Menschen zugehen und ihre Anliegen entgegennehmen. Ich mache mir jedoch keine Illusionen. In den voraussichtlich wenigen Monaten als Apostolischer Administrator kann ich keine Wunder vollbringen. Es ist nicht realistisch, in so kurzer Zeit die Einheit im Bistum Chur herzustellen. Ich kann aber die Richtung vorgeben. Der Glaube und die Kirche sind untrennbar. Gemeinsam mit dem Papst wollen wir diesen Weg beschreiten.

Die Kirchenfrauen werden am nationalen Frauenstreiktag mitstreiken. Sie fordern unter anderem die Frauenordination und die Abschaffung des Pflichtzölibats. Haben Sie Verständnis dafür?

Die Bitten der Frauen habe ich gehört. Ich werde in Gemeinschaft mit Papst Franziskus und meinen bischöflichen Mitbrüdern versuchen, Antworten auf ihre Fragen zu finden. Ich werde auch den Kontakt suchen zu den Frauen, die in unserer Diözese im kirchlichen Dienst engagiert sind.

Wie halten Sie es mit der Landeskirche? Die NZZ schrieb, Sie würden deren demokratischen Strukturen verachten.

Mit den staatskirchenrechtlichen Körperschaften strebe ich ein gutes Einvernehmen an. Ich fühle mich ihnen verbunden – genauso wie mit allen, die sich für den Aufbau des Reiches Christi einsetzen. Die Katholische Kirche des Kantons Zürich hat betont, sie reiche mir die Hand für den dringend notwendigen Versöhnungsprozess im Bistum. Ihre Türen stünden offen für einen zukunftsgerichteten Dialog über das bewährte duale System. Dieses Wohlwollen freut mich. Wir können zum Beispiel diskutieren, wie wir das Vademecum der Bischofskonferenz umsetzen, das Vorgaben im Umgang mit der Landeskirche definiert.

Sie waren lange Weihbischof im Bistum Lausanne-Genf-Freiburg. Die Doppelstruktur mit der römisch-katholischen und der Landeskirche nannten Sie «unkonstruktiv». 2007 wurden Sie überraschend zum Bischof von Island berufen. War das eine Strafversetzung, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt?

Diese Interpretation ist lachhaft. Wenn ich mir als Bischof etwas hätte zu Schulden kommen lassen, hätte mich der Papst bestimmt nicht zum Bischof in einer anderen Diözese berufen. Es trifft aber zu, dass ich in einem Punkt nicht einig war mit dem damaligen Bischof Bernard Genoud.

Nämlich?

Der Kanton Waadt sah zuerst die römisch-katholische Kirche als Ansprechpartnerin vor für die Frage, wie die 2002 angenommene neue Verfassung umgesetzt werden soll. Die Landeskirche war damit nicht einverstanden. Genoud fand schliesslich, man solle die Verantwortung der Landeskirche übergeben. Damit war ich nicht einverstanden.

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