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Studentenaustaussch: Kalkül mit Geld für EU

Fabian Fellmann zu den Absichten des Bundesrates, vorläufig nicht voll mit dem Studentenaustauschprogramm Erasmus+ zu assoziieren.
Fabian Fellmann
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Vergeblich haben die Universitäten und die Studierenden gehofft, die Schweiz könnte wieder im EU-Austauschprogramm Erasmus mitmachen. Der Bundesrat hat entschieden, mindestens bis 2020 lediglich eine schweizerische Übergangslösung anzubieten. Kritiker sehen darin die Gefahr, dass sich die Schweizer Bildungslandschaft von der europäischen abkoppeln könnte.

Fakt ist: Der Bundesrat gewichtet in diesem Fall finanzielle Überlegungen viel stärker als die Forderungen der Univer­- si­täten. Eine Teilnahme am EU-Programm käme deutlich teurer: Die EU verlangte zuletzt Beiträge von knapp 700 Millionen Franken bis 2020. Die viel günstigere Zwischenlösung reichte zudem, um zu verhindern, dass nach dem Wegfall von Erasmus 2014 die Zahl der Austausche einbrach.

Der Bundesrat dürfte auch aus europapolitischem Kalkül auf Erasmus verzichten: Er will das Fuder nicht überladen. Sein Ziel ist es, in diesem Jahr ein institutionelles Rahmenabkommen mit der EU zu unterzeichnen, zudem fordert die EU eine Neuauflage der Kohäsionsmilliarde. Beides weckt innenpolitisch bereits viel Widerstand.

Gleichwohl ist es schade, dass der Bundesrat sich nicht stärker bemüht, mit der EU einen Kompromiss zu finden. Wie das Forschungsprogramm Horizon würde eine Erasmus-Mitgliedschaft dazu beitragen, dass der Bildungsstandort Schweiz in Europa vernetzt bleibt. Das ist massgebend für seinen Erfolg. Unlängst hat Brüssel alle bilateralen Dossiers deblockiert, die Verhandlungen über das Rahmenabkommen sollen vor­ankommen. Vielleicht öffnet sich dabei auch ein Türchen für eine kombinierte Lösung.

Fabian Fellmann

fabian.fellmann@luzernerzeitung.ch

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