STUDIUM: Kritik an Numerus-Clausus-Plänen für Lehrer

Der Schwyzer Bildungsdirektor Walter Stählin hat den Numerus Clausus ins Spiel gebracht. «Unsinn», sagen Lehrer.

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Es könnte eng werden. Die Zahl der Absolventinnen und Absolventen an den Pädagogischen Hochschulen nimmt zu. (Bild Werner Schelbert)

Es könnte eng werden. Die Zahl der Absolventinnen und Absolventen an den Pädagogischen Hochschulen nimmt zu. (Bild Werner Schelbert)

red. Die Zahl der Studentinnen und Studenten an den Pädagogischen Hochschulen (PH) steigt und steigt. Geht das so weiter, sagt der Schwyzer Bildungsdirektor Walter Stählin, müsse man bereit sein, über einen Numerus Clausus zu sprechen.

«Unsinn», sagt dagegen Beat Zemp, Zentralpräsident des Schweizerischen Lehrerverbandes gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag». Es gebe kein Anzeichen, dass der drohende Lehrermangel sich abschwächen würde. «Daher sollten wir jedem, der sich für den Lehrerberuf interessiert und eignet, auch die Chance auf eine Ausbildung geben», findet Zemp.

«Wie bei den Ärzten»

Sukkurs erhält Zemp von Johannes Flury, Präsident der Schweizerischen Konferenz der PH-Rektorinnen und -Rektoren. «Wenn wir nicht aufpassen, laufen wir in die gleiche Situation wie bei den Ärzten», so der Rektor der PH Graubünden. Seit Jahren werden in der Schweiz nicht genügend Mediziner ausgebildet, um die Gesundheitsversorgung in der Schweiz aufrecht zu erhalten. Die Folge: Es werden immer ausländische Ärzte angestellt.

Dennoch könnte sich die Situation in den kommenden Jahren, sagt Reto Wyss, Luzerner Bildungsdirektor und Präsident der Zentralschweizer Bildungsdirektoren. «Wenn die Zahlen langfristig explodieren, kann man Zulassungsbeschränkungen natürlich nicht ausschliessen.»