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Swiss Skills sorgt für böses Blut
beim Gewerbeverband

Der jüngste Streit zwischen Gewerbedirektor Bigler und den Organisatoren der Lehrlingsmeisterschaft hat die kantonalen Gewerbeverbände aufgeschreckt. Sechs Sektionen haben sich zusammengetan und fordern eine Aussprache mit der Verbandsspitze.
Roger Braun

Es soll ein Fest der Berufsbildung werden. Vom 12. bis zum 16. September finden in Bern die Swiss Skills statt. 1100 junge Berufsleute werden sich in 75 Berufen messen; die besten qualifizieren sich für die Weltmeisterschaften. Die Organisatoren rechnen mit 150 000 Besuchern; drei Bundesräte sitzen im Patronatskomitee; SRF sendet neun Stunden live.

Ein Glücksfall für den Schweizerischen Gewerbeverband (SGV), könnte man meinen. Doch weit gefehlt: Statt dass sich die Verbandsspitze um Direktor Hans-Ulrich Bigler und Präsident Jean-François Rime im Glanz der Veranstaltung sonnen könnte, reissen die Swiss Skills neue Gräben im streitlustigen Verband auf. Grund ist das Desinteresse der Verbandsspitze am Anlass. Während sich kantonale Gewerbeverbände, Arbeitgeberorganisationen und die Branchenverbände an der Organisation beteiligen, verweigern sich Bigler und Rime. «Wenn die Swiss Skills 2018 zu einem Erfolg werden, dann ist dies nicht dank des Gewerbeverbands, sondern trotz des Gewerbeverbands der Fall», sagte der OK-Präsident Claude Thomann am Arbeitgebertag. «In keiner Art und Weise» habe der SGV die Berufsmeisterschaft unterstützt, beklagte sich Thomann in der «Berner Zeitung». Stattdessen habe ihm Bigler klargemacht, dass er für jede Stunde Arbeit einen dreistelligen Frankenbetrag verrechnen werde. Selbst ein Inserat in der Gewerbezeitung verweigerte Bigler den Swiss Skills.

Das Ziel aller Teilnehmer der SwissSkills: Die Berufsweltmeisterschaften Worldskills. Im Bild Zimmermann Florian Nock am 2. Wettkampftag an den Worldskills 2017 in Abu Dhabi. (Bild: SwissSkills/Michael Zanghellini/SwissSkills)

Das Ziel aller Teilnehmer der SwissSkills: Die Berufsweltmeisterschaften Worldskills. Im Bild Zimmermann Florian Nock am 2. Wettkampftag an den Worldskills 2017 in Abu Dhabi. (Bild: SwissSkills/Michael Zanghellini/SwissSkills)

«Man fragt sich, wo hat der SGV noch Verbündete?»

Damit verärgerte Bigler auch die Kantonalverbände. «Es ist schade, dass dieses hervorragende Schaufenster für die Schweizer Berufsbildung durch diesen unproduktiven Streit belastet wird», sagt etwa der Präsident des St. Galler Gewerbeverbands, Andreas Hartmann. Er äussert zwar Verständnis für Biglers Zurückhaltung, da die Swiss Skills in einem gewissen Konkurrenzverhältnis zu den kantonalen Berufsmessen stünden, «doch dass der Streit so eskaliert, hätte verhindert werden können, wenn man besser miteinander kommuniziert hätte». Hartmann wünscht sich einen besseren Einbezug der Kantonalverbände in die Entscheidungsfindung. Man benötige die Informationen frühzeitig «und nicht erst, wenn es knallt».

Die Verbände St. Gallen, Zürich, Bern, Luzern, Schwyz und Nidwalden haben sich kürzlich zusammengetan, um mehr Einfluss auf die nationale Verbandsarbeit zu nehmen. Sie arbeiten derzeit an einem Schreiben an die Spitze. «Man nimmt den SGV zunehmend als isoliert wahr», heisst es im Entwurf. «Man fragt sich, wo hat er noch Verbündete?» Selbst bei der Berufsbildung scheine er allein dazustehen. Für die Sektionen sei die Eskalation bei den Swiss Skills beispielhaft für die Arbeit der Spitze, die es immer wieder schaffe, eigentlich Gleichgesinnte vor den Kopf zu stossen. «Gerade wenn man aggressive Strategien fährt, müsste man die interne Kommunikation absolut im Griff haben.» Das sei beim SGV nicht der Fall. Der Brief schliesst mit der Bitte um eine «schnellstmögliche» Aussprache für bessere Kommunikation.

Wann und ob der Brief verschickt wird, ist offen. Nicht wegen inhaltlicher Differenzen, sondern weil einige Kantonalverbände Schaden von den Swiss Skills abwenden wollen. «Ich werde mich erst wieder zum Thema äussern, wenn die Swiss Skills über die Bühne gegangen sind», so der Präsident der Berner Sektion, Toni Lenz. Der Präsident des Schwyzer Kantonalverbands, Karl Fisch, sagt: «Wir müssen das mangelnde Demokratieverständnis der Verbandsspitze thematisieren, aber wir müssen aufpassen, damit nicht die Swiss Skills zu belasten.» Der Luzerner Verbandsdirektor Gaudenz Zemp bestätigt: «Wir suchen das Gespräch mit der nationalen Verbandsspitze.» Auf welchem Weg, sei noch offen.

Gewerbedirektor Hans-Ulrich Bigler wehrt sich gegen den Vorwurf des mangelnden Engagements: «Der SGV war seinerzeit Ideengeber von Swiss Skills und ist immer noch treibende Kraft des Anlasses.» Dementsprechend engagiere er sich im gleichen Ausmass wie die Partnerorganisationen Stiftung Swiss Skills und der Schweizerische Arbeitgeberverband. Bigler kündigt an, in der nächsten Gewerbezeitung den Anlass zu bewerben. Zum Vorwurf des selbstherrlichen Führungsstils sagt er: «Swiss Skills war seit Anfang Jahr Thema jeder Vorstands- und Kammersitzung.» Die jeweils Anwesenden hätten sich ausdrücklich zufrieden mit den Informationen gezeigt.

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