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SYLVIA FLÜCKIGER: Eine «Hölzige» im Einsatz am Zebrastreifen

Die Aargauer SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger will die Fussgänger zu korrektem Verhalten anleiten. Doch das Handzeichen am Fussgängerstreifen hat es schwer.
Sylvia Flückiger. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Bern, 29. September 2016))

Sylvia Flückiger. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Bern, 29. September 2016))

Sie gehört nicht zu den Auffälligen unter der Bundeshauskuppel. Aber zu den Stetigen. Und Bienenfleissigen. Sie, Sylvia Flückiger, seit einem Jahrzehnt für die SVP im Bundesparlament, auch schon einmal Vizepräsidentin der nationalen Partei und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Gewerbeverbandes. Bei aller Unauffälligkeit: Eine gesunde Portion Ehrgeiz ist der 65-jährigen Aargauerin durchaus eigen. Ebenso wie dezidierte Ansichten darüber, wer sich in unserem Land wie zu verhalten hat.

Zum Beispiel am Fussgängerstreifen. Wenn es Sylvia Flückiger in den vergangenen Jahren regelmässig mit einem Thema in die Medien geschafft hat, dann mit dem Verhalten von Fussgängern am Zebrastreifen. Jüngster Auslöser war ein tödlicher Unfall, bei dem eine 19-Jährige von einem Auto erfasst wurde, das von einem 80-jährigen Lenker gesteuert wurde. So tragisch das Ereignis war: Das Interesse der Nationalrätin weckte nicht der Autofahrer, sondern die Fussgängerin, die beim Überqueren der Strasse Kopfhörer trug.

Prompt intervenierte Flückiger beim Bundesrat. Auch wenn sie die Schuld am Unfall nicht der jungen Frau in die Schuhe schieben wollte, stellte sie deren Verhalten doch in Frage. Und wollte von der Regierung wissen, was sie unternehme, um in den Köpfen der Fussgänger endlich jenen Passus im Strassenverkehrsgesetz zu verankern, wonach der Zebrastreifen «nicht überraschend betreten» werden dürfe. Für Flückiger ist klar: Grund des Übels ist die Tatsache, dass die Fussgänger partout nicht zur Kenntnis nehmen wollen, was gilt, wenn sie die Strassen überqueren.

Das ist ihr seit Jahren ein Dorn im Auge. Zuerst wollte sie das einst obligatorische Handzeichen für wartende Passanten wieder einführen, dann forderte sie ein Verbot von Kopfhörern am Fussgängerstreifen. Beides erfolglos. Und der Durchbruch gelang auch diese Woche nicht. Der Bundesrat beschied der Aargauerin, er nehme das Anliegen ernst. Aber erstens liefen schon Kampagnen für korrektes Verhalten. Und zweitens nehme die Zahl der Todesopfer und Schwerverletzten auf Fussgängerstreifen ab.

So erfreulich das auch ist: «Einmal mehr nur nichtssagende Bemerkungen», rapportierte Flückiger der «Aargauer Zeitung» darauf. Doch aufgepasst: Sie bohrt die Bretter, bis sie durch sind. Denn das Holz ist ihre wahre Passion. Die lebt sie als Mitinhaberin eines Hobelwerks mit Holzhandel, das sie zusammen mit ihrem Mann führt. Und das Holz begleitet sie auch in der Politik. Sei es als Kämpferin für einheimisches Schaffen und hiesige Wertschöpfung, sei es als Präsidentin des Dachverbands der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft.

Dass sie dabei weder als private Bauherrin noch als Geschäftsfrau Berührungsängste mit fremden Hölzern hat, wie «Tages-Anzeiger» und «Bund» Anfang Jahr aufdeckten, fanden zwar nicht alle originell. Jedenfalls waren die Tropenhölzer an Flückigers Hausfassade kein Werbespot für einheimisches Holz. Dafür erleichtert der Vorgang uns Normalsterblichen den Gang über den Fussgängerstreifen ohne ankündigendes Handzeichen ungemein. Wir fühlen uns ziemlich unschuldig dabei.

Balz Bruder

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