Täter von Frankfurt soll an Verfolgungswahn leiden – Zuggäste könnten seine Gedanken lesen

Drei Tage nach dem Tötungsdelikt im Frankfurter Hauptbahnhof liefert ein Medienbericht Hinweise auf eine mögliche psychische Erkrankung des Täters.

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Der Mann wurde am Dienstag dem Haftrichter in Frankfurt vorgeführt. (Bild: KEYSTONE/DPA/Christoph Reichwein)

Der Mann wurde am Dienstag dem Haftrichter in Frankfurt vorgeführt. (Bild: KEYSTONE/DPA/Christoph Reichwein)

(mwa) Der Mann, der am Montag einen achtjährigen Buben im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen Zug stiess, soll an Paranoia leiden. Das berichtet die Tamedia-Redaktion am Donnerstag. Demnach habe der Hausarzt beim dreifachen Familienvater vor einigen Monaten eine psychische Störung mit Wahnbildung festgestellt und ihn an einen Psychologen überwiesen. Die Autoren berufen sich auf Akten aus der psychiatrischen Behandlung.

Der 40-jährige Eritreer soll geäussert haben, dass Zugpassagiere und Arbeitskollegen seine Gedanken lesen könnten. Ausserdem habe er geglaubt, dass andere Menschen ihn manipulierten und Handystrahlen und elektromagnetische Wellen ihn beeinflussten. Gegenüber einem Verwandten sprach er von der Angst, aufgrund der Verfolgungen nicht mehr in der Schweiz leben zu können.

Der mutmassliche Täter sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er hat sich noch nicht zum Motiv geäussert. Am vergangenen Montag stiess er eine 40-jährige Frau und deren Sohn vor einen einfahrenden Zug. Die Frau konnte sich retten, der Junge erlag seinen tödlichen Verletzungen. Eine weitere angegriffene Frau brachte sich rechtzeitig in Sicherheit. Der Mann lebte in Wädenswil, wo er letzte Woche seine Familie in der Wohnung einsperrte und eine Nachbarin mit einem Messer bedrohte.