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TESSIN: Verstoss gegen Burkaverbot: Lugano büsst IZRS-Frau Nora Illi mit 250 Franken

Nora Illi muss wegen eines Verstosses gegen das Tessiner Burkaverbot eine Busse von 250 Franken bezahlen. Sie war im Sommer voll verschleiert erwischt worden. Illi will die Busse anfechten – notfalls bis vor den Gerichtshof für Menschenrechte.
1. Juli: Im Tessin tritt das Burkaverbot in Kraft. Ab jetzt ist es verboten, in der Öffentlichkeit das Gesicht zu verhüllen. Andernfalls drohen Bussen zwischen 100 und 1000 Franken. In Locarno ermahnt die Polizei Nora Illi, Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrats der Schweiz IZRS, ihr Gesicht nicht zu verhüllen (unser Bild). (Bild: Keystone)

1. Juli: Im Tessin tritt das Burkaverbot in Kraft. Ab jetzt ist es verboten, in der Öffentlichkeit das Gesicht zu verhüllen. Andernfalls drohen Bussen zwischen 100 und 1000 Franken. In Locarno ermahnt die Polizei Nora Illi, Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrats der Schweiz IZRS, ihr Gesicht nicht zu verhüllen (unser Bild). (Bild: Keystone)

Den Bussenentscheid habe ihr die Stadt Lugano im Januar mitgeteilt, sagte Nora Illi auf Anfrage unserer Zeitung. Illi ist beim Islamischen Zentralrat der Schweiz (IZRS) für Frauenangelegenheiten zuständig. Sie war im letzten Sommer in der Stadt Lugano mit einem Nikab ertappt worden. Dieses Kleidungsstück verhüllt bis auf einen Sehschlitz den ganzen Körper.

Illi wird die Busse jedoch anfechten – notfalls bis vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. «Das Tessiner Verhüllungsverbot schränkt mich in einer islamischen Kultushandlung und in meinem Recht auf Selbstbestimmung ein», sagt Illi.

Seit letztem Juli gilt im Kanton Tessin ein Burkaverbot. Verstösse dagegen können mit 100 bis 10'000 Franken sanktioniert werden. Bis jetzt wurden sechs Verfahren im Zusammenhang mit dem Burkavebot eröffnet, wie das Tessiner Sicherheitsdepartement am Montag mitteilte. Ob davon auch Touristinnen aus dem arabischen Raum betroffen sind, ist nicht bekannt.

Neben der Busse aus Lugano droht Illi eine weitere der Stadt Locarno. Am Tag des Inkrafttretens des Verhüllungsverbots schritt die Konvertitin in ihrem Nikab über die Piazza Grande und wurde dabei von der Polizei angehalten. Bis jetzt hat die Stadt Locarno Illi noch keine Busse zugestellt.

In Locarno wurde Illi von Rachid Nekkaz begleitet. Der algerische Unternehmer hat angekündigt, die Kosten für alle erwischten Burkaträgerinnen zu übernehmen. Nekkaz begleicht auch die Bussen, die sich vollverschleierte Frauen in Frankreich, Belgien und einhandeln. Nach Inkrafttreten des französischen Burkaverbots im Jahr 2010 gründete Nekkaz einen Fonds zur Verteidigung der «Freiheit und der religiösen Neutralität des Staates». Mit den Mitteln daraus finanziert er die Verstösse gegen die Burkaverbote.

Kari Kälin

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