Tessiner Corona-Infizierter aus Spital entlassen: Das ist über die Schweizer Fälle bekannt

In sieben Kantonen sind bis Freitagnachmittag Corona-Fälle aufgetreten. Was über die Patientinnen und Patienten bekannt ist.

Mark Walther
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Corona-Virus-Prophylaxe im Stadthaus Olten: Am Eingang steht ein Spender mit Desinfektionsmittel.

Corona-Virus-Prophylaxe im Stadthaus Olten: Am Eingang steht ein Spender mit Desinfektionsmittel.

Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

Tessin

Patient Nummer 1 ist ein 70-jähriger Tessiner, der sich in Mailand angesteckt hatte. Der Rentner weilte an einer Versammlung. Er verbrachte mehrere Tage isoliert in der Luganeser Privatklinik Moncucco. Am Freitag konnte er das Spital verlassen. Sein Aufenthalt sei gut verlaufen. Er habe weder andere Patienten noch das Personal gefährdet. Dies teilte die Klinik im Auftrag des Tessiner Kantonsarztes am Freitagmittag in einem Communiqué mit.

Verwirrung herrscht um einen möglichen zweiten Fall im Tessin. Das Bundesamt für Gesundheit sprach am Freitagmorgen von einem zweiten bestätigten Fall im Südkanton. «Sie haben sich geirrt, im Tessin ist der zweite Fall noch nicht da», wird die Tessiner Kantonspolizei in einem Bericht von «tio.ch» zitiert.

Graubünden

Aus Graubünden wurden zwei italienische Kinder als infiziert gemeldet, die mit ihrer Familie im Oberengadin in den Ferien sind. Sie zeigen Symptome, seien jedoch in guter gesundheitlicher Verfassung, heisst es in einer Mitteilung. Sie werden im Spital isoliert betreut.

Zürich

Im Kanton Zürich sind zwei Fälle bestätigt. Eine etwa 30-jährige Frau war bis vor einer Woche in Mailand, wo sie sich ansteckte. Sie ist gemäss einer Mitteilung der Zürcher Gesundheitsdirektion am 24. Februar erkrankt. Sie wurde in einer Arztpraxis untersucht und getestet – entgegen der Weisung, dass Patienten mit verdächtigen Symptomen zu Hause bleiben und telefonisch Kontakt mit dem Arzt aufnehmen sollen.

Am Freitagmittag meldete der Kanton Zürich einen zweiten Corona-Fall. Die Bestätigung stand zu diesem Zeitpunkt allerdings noch aus. Der 37-jährige Betroffene weilte am 19. Februar für einen kurzen Aufenthalt in Mailand. Vier Tage später bemerkte er erste Beschwerden. Am Freitag wurde er positiv getestet. Zum ersten Zürcher Fall gibt es keinen Zusammenhang. Beide Erkrankten werden isoliert im Triemli-Spital behandelt.

Aargau

Der erste Corona-Infizierte im Kanton Aargau ist ein 26-Jähriger Mann. Er befindet sich im Kantonsspital Aarau in Isolation. Sein Gesundheitszustand ist gut. Der infizierte Mann hat sich letzte Woche auf einer Geschäftsreise in Verona in Norditalien aufgehalten. Nach der Rückkehr erkrankte er und blieb zu Hause.

Basel Stadt/Baselland

Am Donnerstagabend meldete das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel Stadt die Corona-Patienten Nummer sieben und acht. Es handelt sich um eine junge Baslerin Kinderbetreuerin, die sich in Mailand aufgehalten hatte und einen 23-jährigen Mann mit Wohnsitz im Kanton Baselland, der sie begleitete und sich nun ebenfalls in einem Basler Spital befindet. Weil die Baslerin bei der Arbeit Kita-Kinder angesteckt haben könnte, stehen diese nun ebenfalls 14 Tage unter Quarantäne. Die Kita betreut normalerweise rund hundert Kinder. Weil Ferien sind, waren in den letzten Tagen weniger als üblich anwesend.

Genf

In Genf sind zwei Fälle bestätigt. Infiziert ist zum einen ein 28-jähriger Schweizer Informatiker, der sich in Mailand aufgehalten hatte. Zum anderen ist ein 55-jähriger Mann italienischer Herkunft betroffen, der in Genf arbeitet und in Frankreich wohnt. Ihm geht es gemäss einer Mitteilung des Kantons gut, er zeige nur moderate Symptome. Wo er sich angesteckt hat, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Beide Patienten sind im Genfer Uni-Spital untergebracht. Laut dem Bundesamt für Gesundheit gibt es in Genf einen dritten Fall. Darüber hat der Kanton jedoch noch nicht kommuniziert.

Waadt

Der Kanton Waadt zählt bislang einen Corona-Patienten. Es handelt sich um einen 49-jährigen französischen Grenzgänger. Er liegt im Lausanner Uni-Spital. Ebenfalls im Spital befinden sich seine Frau und sein 14-jähriger Sohn. Ihre Testergebnisse werden am Freitagnachmittag erwartet. Die Familie wurde gemäss einer Mitteilung des Kantons in einem Spezialtransport ins Spital gebracht. Hinsichtlich des Gesundheitszustands des Patienten gebe es keinen Anlass zu bedenken.

Obwalden

Auch in der Zentralschweiz sei das Corona-Virus aufgetaucht, hiess es noch am Freitagmorgen. Wie Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit an der Pressekonferenz bekannt gab, sei im Kanton Obwalden eine Person positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Dies stellte sich im Nachhinein als falsch heraus. Am Freitagnachmittag dementiert das Obwaldner Gesundheitsamt die Bundes-Meldung in einer Mitteilung: «Es gibt keine bestätigten Fälle im Kanton Obwalden.» Späte räumte das Bundesamt ein, dass es eine Kommunikationspanne gegeben hat. So kam es zu einer Fehlinformation.

Mehr als hundert Personen befinden sich wegen des Virus derzeit in Quarantäne. Von einer hohen Dunkelziffer gehen die Schweizer Behörden nicht aus.