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TIERE: Bund lockert Schwanenschutz

Kantone brauchen eine Bewilligung vom Bund, wenn sie den Bestand dezimieren wollen. Nun will der Bundesrat die Hürden zur Schwanregulierung senken.
Ein Schwan spannt in der Nähe des Flugplatzes Buochs seine Flügel. Das Bild stammt vom letzten November. (Bild Nadia Schärli)

Ein Schwan spannt in der Nähe des Flugplatzes Buochs seine Flügel. Das Bild stammt vom letzten November. (Bild Nadia Schärli)

Kari Kälin

Sie gleiten majestätisch übers Wasser, plustern sich gerne auch mal auf und sind eine Touristenattraktion. Die hierzulande verbreiteten Höckerschwäne lösen aber nicht überall Begeisterung aus. Vor allem, weil sich «mancherorts eine übermässige Population» entwickelt hat, wie der Nidwaldner CVP-Ständerat Paul Niederberger in einer Motion schreibt. Zudem habe der Schwan in Naherholungsgebieten seine natürliche Scheu vor dem Menschen verloren und gefährde Spaziergänger, Radfahrer und Kinder, «die unbedarft auf das anmutige, jedoch auch wehrsame Tier zugehen». Der Grund für die Vermehrung der Schwäne ist simpel: Sie sind geschützte Tiere. Wollen Kantone den weiss gefiederten Vögeln an den Kragen, brauchen sie dafür eine Bewilligung des Bundesamtes für Umwelt (Bafu).

Eierstechen anstatt Abschiessen

An seiner Mittwochsitzung hat der Bundesrat jetzt entschieden, den Schwanenschutz zu lockern. Er ist bereit, das Jagdgesetz im Sinne der Motion Niederberger zu revidieren. Damit könnten die Kantone den Schwanenbestand in Eigenregie reduzieren, wenn er eine bestimmte Grösse erreicht hat. Als praktikable Methode drängen sich nicht etwa Abschüsse auf, sondern das Eierstechen während der Brutzeit im Frühling.

Paul Niederberger kann sich eine Regelung analog zu den Steinböcken vorstellen. Diese dürfen in einem bestimmten Zeitfenster (1. September bis 30. November) geschossen werden. Dafür brauchen die Kantone keine Bewilligung. Es genügt, wenn sie dem Bafu eine Abschussplanung unterbreiten.

Dass ein Nidwaldner Ständerat eine Art Schwanenkontingent zu einem Politikum erhebt, kommt nicht von ungefähr. Es hatte teilweise so viel Kot auf den Wiesen, dass die Bauern das Gras dem Vieh nicht mehr verfüttern konnten. Die Nidwaldner Justizdirektorin Karin Kayser (CVP) begrüsst denn auch den Entscheid des Bundesrats, wie sie auf Anfrage unserer Zeitung sagte.

Hochwasser zerstörte Brut

Vor allem bei Ennetbürgen und ­Buochs sorgen die Schwäne für Ärger. Im Frühling erteilte das Bafu dem Kanton Nidwalden eine Bewilligung zum Eierstechen. Der Kanton setzte sich damals das Ziel, den Schwanenbestand in diesem Gebiet von etwa 40 auf 20 zu senken. Da ein Hochwasser im Mai rund 80 Prozent der Brut zunichte machte, war das Eierstechen aber nicht mehr nötig. Die Schäden, welche Schwäne jährlich verursachen, schätzt Nidwalden auf 45 000 bis 50 000 Franken.

Auch der Kanton Obwalden hat ein Schwanenproblem, namentlich am Wichelsee (derzeit rund 20 Schwäne), am Alpnachersee (rund 20) und am Sarnersee (rund ein Dutzend). Und auch Obwalden will weniger Schwäne. Der zuständige Regierungsrat Paul Federer (FDP) zeigte sich erfreut darüber, dass die Kantone künftig einfacher gegen Schwäne vorgehen können. Gleich wie Nidwalden erhielt auch Obwalden eine Bewilligung vom Bafu, um im Frühling die Schwanenpopulation zu regulieren. Obwalden zerstörte tatsächlich auch einige Eier.

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