TIERSCHUTZ: Eine Kommission will dem Wolf eine Schonfrist erteilen

Der Nationalrat will den Wolf zum Abschuss freigeben. Nun tritt die Umweltkommission der Kleinen Kammer aber auf die Bremse.

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Der Wolf ist streng geschützt. Nur in Ausnahmefällen darf er abgeschossen werden. (Bild: Romano Cuonz (27. Juni 2015))

Der Wolf ist streng geschützt. Nur in Ausnahmefällen darf er abgeschossen werden. (Bild: Romano Cuonz (27. Juni 2015))

Die ständerätliche Kommission hat die Standesinitiative des Kantons Wallis auf Eis gelegt. Diese fordert, dass die Konvention über wild lebende Tiere gekündigt wird und der Wolf gejagt werden darf. Dieser gehört heute zu den streng geschützten Tierarten. Nur unter bestimmten Umständen dürfen einzelne Tiere abgeschossen werden, etwa wenn sie grossen Schaden unter Nutztieren anrichten. Dazu braucht es eine Bewilligung des Bundes.

Darüber, dass der Schutz gelockert werden soll, sind sich die Räte mehrheitlich einig. Sie haben bereits eine entsprechende Motion angenommen. Diese verlangt, dass die Wolfspopulation unabhängig von einem Schaden dezimiert werden kann, beispielsweise um die Bildung von Rudeln zu verhindern. Bei der Standesinitiative des Kantons Wallis waren sich die Räte indes nicht einig: Der Ständerat lehnte sie ab, der Nationalrat nahm sie an. Die Ständeratskommission will nun die konkreten Vorschläge des Bundesrats zur Umsetzung der Motion abwarten. Erste Vorschläge hat er bereits in die Vernehmlassung geschickt: Der Wolf soll künftig zu jenen Tierarten gehören, deren Bestand reguliert werden darf. Der Entscheid über den Abschuss würde damit nicht mehr beim Bund, sondern bei den Kantonen liegen. Die vorgesehene Regelung soll mit der Berner Konvention vereinbar sein. Deren Spielraum muss nach dem Willen der Ständeratskommission weitestgehend ausgeschöpft werden. Zudem möchte sie den Schutzstatus des Wolfes in der Konvention zurückstufen. (sda)