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Tötungsdelikt in Frauenfeld: Frau wurde enthauptet – islamische Gemeinschaft distanziert sich

Die tote Frau in Frauenfeld ist mit abgetrenntem Kopf vorgefunden worden, wie die Polizei bestätigt. Laut Anwohnern hat der Enkel seine Grossmutter beim Gebet getötet. Die lokale islamische Gemeinschaft nimmt Abstand von der Gewalttat.
Dinah Hauser
In diesem Wohnhaus wurde der leblose Körper der Frau entdeckt. Angeblich soll ihr 19-jähriger Enkel sie ermordet haben. (Bild: Andrea Stalder)

In diesem Wohnhaus wurde der leblose Körper der Frau entdeckt. Angeblich soll ihr 19-jähriger Enkel sie ermordet haben. (Bild: Andrea Stalder)

Seit Dienstagabend sitzt ein 19-jähriger italienischer Staatsangehöriger in Haft. Er soll eine Frau in ihrer Wohnung beim Talbachkreisel in Frauenfeld getötet haben. Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, bestätigt die Meldung: «Beim Eintreffen der Polizei war der Kopf vom Körper abgetrennt.» Anwohner munkeln, der Enkel habe seine Grossmutter beim Beten geköpft.

Laut «Blick» liess der mutmassliche Täter den Kopf seiner Grossmutter nicht in der Wohnung. Polizeisprecher habe mitgeteilt, dass der Kopf des Opfers «sichergestellt» worden sei. Genauere Angaben wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen keine machen.

Polizei wertet Handydaten aus

Der Verdächtige hat sein Handy kurz nach der Tat beim Polizeiposten deponiert, wie «20 Minuten» berichtet. Graf bestätigt dies: «Der 19-Jährige hat es wortlos beim Schalter hingelegt und die Örtlichkeit gleich wieder verlassen.» So eine Handlung sei schon ein wenig aussergewöhnlich, aber zu diesem Zeitpunkt war keine Straftat erkennbar. Deshalb sei die Polizei zu dieser Zeit auch noch nicht tätig geworden.

Der Jugendliche hatte das Handy kurz vor Eingang des Notrufs deponiert. «Wenig später konnte ein Zusammenhang hergestellt werden», sagt Graf. Die Auswertung der Handydaten sei noch nicht abgeschlossen.

Untersuchungen vor Ort sind noch nicht abgeschlossen

Derweil können die Bewohner der betroffenen Wohnung noch nicht dorthin zurückkehren. Sie ist immer noch versiegelt. «Die Untersuchungen in der Wohnung sind noch nicht abgeschlossen,» sagt Graf. Die Staatsanwaltschaft werde die Wohnung zu gegebener Zeit wieder freigeben.

Auf Sozialen Medien wirft die Gewalttat hohe Wellen. Vereinzelt wird sie mit dem IS in Verbindung gebracht. Die Islamische Gemeinschaft, die im Mai in Frauenfeld ihre neue Moschee für rund 300 Besucherinnen und Besucher eröffnet hatte, bestreitet Verbindungen zum mutmasslichen Täter. Sowohl der Präsident der Gemeinschaft als auch der Imam betonen, dass ihnen die Familie des Verdächtigen unbekannt ist.

Die Polizei ermittelt derweil in alle möglichen Richtungen. So würden sowohl Familienmitglieder und Angehörige befragt, wie auch das persönliche Umfeld überprüft. Für den Verdächtigen hat die Staatsanwaltschaft U-Haft beantragt, wie Polizeisprecher Graf sagt. Diese muss laut der Generalstaatsanwaltschaft vom Zwangsmassnahmengericht noch bewilligt werden.

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