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TOURISMUS: Bund will Asiaten anlocken

Schweiz Tourismus erhält vom Bund 220 Millionen Franken für Marketingkampagnen. Zu wenig, um neue Gäste aus China oder Indien anzulocken, meinen Experten.
Jürg Ackermann
Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext Blindtext (Bild: Blindtext Blindtext)

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Jürg Ackermann

Dass der Schweizer Tourismus ein Problem hat, ist nicht erst seit der gestrigen Debatte im Nationalrat klar. Die Zahlen sprechen schon länger für sich: So hat die Schweizer Hotellerie allein seit dem Jahre 2008 gegen 3,6 Millionen Logiernächte verloren. Der Rückgang ist vor allem bei den meist preissensiblen deutschen Gästen markant – und auch die Kosten machen vielen Betrieben zu schaffen: Eine Hotelangestellte in der Schweiz verdient rund drei Mal mehr als beispielsweise ihr Pendant in Österreich.

SVP unterlag mit Sparanträgen

Diese und noch viele Beispiele mehr mussten in der Debatte über die Standortförderung herhalten, um zu zeigen, wie stark der Schweizer Tourismus unter dem starken Franken leidet. Und wie sehr er – zumindest bei der Vermarktung – auf Zuschüsse vom Staat angewiesen ist. Die ausländischen Gäste bringen demnach noch immer 15 Milliarden Franken jedes Jahr in die Schweiz. Rund 200 000 Jobs hängen davon ab. Angesichts der Wichtigkeit des Tourismus für die Volkswirtschaft brauche es deshalb staatlich finanzierte Marketingmassnahmen, um Feriengäste aus Nah- und Fernmärkten in die Schweiz zu holen, so der parteiübergreifende Tenor.

Damit war klar, dass der Nationalrat dem Bundesrat folgen und 220 Millionen Franken für die nächsten vier Jahre bewilligen würde. Sparanträge von SVP-Vertretern, die Schweiz Tourismus angesichts des angespannten Haushalts 10 Millionen weniger zur Verfügung stellen wollten, wurden ebenso abgeschmettert wie Ausbauwünsche von Politikern aus Fremdenverkehrsregionen. Schweiz Tourismus hatte nach der Aufwertung des Frankens im Januar sogar auf 270 Millionen Franken gehofft.

Mehr Mut gefragt

Über die Rezepte, wie der Tourismus den schwierigen Rahmenbedingungen begegnen kann, gehen die Meinungen freilich auseinander: SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz sagte, es brauche nicht mehr Geld, sondern mehr gelebte Herzlichkeit und Freundlichkeit. Der Etat von Schweiz Tourismus sei bereits bei der letzten Krise 2011 aufgestockt worden. Zudem könne die Vermarktungsorganisation wegen des schwachen Euro mit dem gleichen Geld nun deutlich mehr bewirken.

Experten sehen das allerdings anders. Sie erhoffen sich von Marketingmassnahmen verschiedene Hebelwirkungen. So hätte sich Urs Wagenseil von der Hochschule Luzern auch eine höhere Summe als die 220 Millionen vorstellen können: «Produkte, die nicht beworben werden, werden vergessen, umso mehr als die Konkurrenz zunimmt,» gibt er zu bedenken.

Der Schweizer Tourismus benötige wieder mehr Mut zu grossen Taten, sagt Wagenseil – denn das Potenzial sei riesig: In den Wachstumsstaaten China, Indien oder Brasilien könnten sich mittlerweile «enorme Bevölkerungsgruppen» Fernreisen leisten. Da müsse die Schweiz jetzt präsent sein. «Schweiz Tourismus macht seit Jahren professionelle Marketingarbeit, die weit über das Anlocken hinausgeht», sagt auch Tourismusexperte Andreas Deuber von der HTW Chur. Es gehe dabei darum, nicht noch mehr Gäste zu verlieren. «Dass angesichts des Währungsschocks mehr Mittel gewünscht werden, ist nachvollziehbar.» In Märkten wie Asien oder den Golfstaaten seien diese gut investiert.

Wird Marketing überbewertet?

Christian Lässer von der Universität St. Gallen hingegen glaubt nicht an Marketingkampagnen als Allerheilmittel. Andere Faktoren wie die Währung, die Preise, das Wetter oder auch Konkurrenzangebote seien entscheidender. Zudem sei es wegen der grossen Distanz unmöglich, die wegbleibenden Gäste aus dem Euroraum vollständig durch Chinesen oder Inder zu ersetzen. «Diese neuen Gäste bleiben nur kurz, und sie verteilen sich sehr ungleich in der Schweiz. Sie gehen nach Luzern oder aufs Jungfraujoch.»

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