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TOURISMUS: Nun bleiben auch Japaner aus

Nach den Russen meiden auch Japaner Schweiz-Reisen – wegen der Währungskrise in ihrem Land. Für Luzern stellt dies aber nicht wirklich ein Problem dar.
Max Fischer
Gruppenbild mit Matterhorn und Bernhardiner: 10,7 Prozent weniger japanische Touristen besuchten bislang in diesem Jahr die Schweiz. (Bild: Keystone/Bernd Jonkmanns)

Gruppenbild mit Matterhorn und Bernhardiner: 10,7 Prozent weniger japanische Touristen besuchten bislang in diesem Jahr die Schweiz. (Bild: Keystone/Bernd Jonkmanns)

Touristikern spielt es in der Regel keine so grosse Rolle, woher die Gäste kommen. Ganz besonders beliebt in Schweizer Ferienorten sind aber die kauffreudigen Russen. Zumal diese auch noch die Ferienzeit am Jahresende verlängern: Gemäss julianischem Kalender feiern die Russen Weihnachten erst am 7. Januar. Angestachelt durch ihren Nationalstolz nehmen sich viele Russen den Aufruf von Präsident Wladimir Putin zu Herzen, machen Ferien im eigenen Land und kaufen russische Produkte. Das hat Folgen für die Schweiz: Um 7,4 Prozent sind die Übernachtungen von russischen Gästen von Januar bis Oktober dieses Jahres zurückgegangen. Und die Weihnachtsferien stehen erst noch vor der Tür.

Luzern gegen den Trend

Der zweite hemmende Effekt ist die Rubel-Krise. «Vor dem Währungszerfall konnten unsere Ferienregionen von der stark wachsenden Mittelschicht profitieren», so Daniela Bär von Schweiz Tourismus. «Diese wollte sich Ferien in der Schweiz leisten, aber zu preiswerteren Konditionen als heute», ergänzt die Tourismus-Expertin. Davon hätten neue Destinationen und auch Unterkünfte im Mittelklassebereich profitiert. «Diesen Effekt konnten wir auch bei den Flugbuchungen beobachten», erklärt Bär. «Hier haben die Ticketverkäufe in der Economy-Klasse stärker zugenommen als im Business-Segment.» Der schwache Rubel führte nun aber gerade bei der neuen Mittelklasse zu einem deutlichen Rückgang bei Reisen ins Ausland – vor allem in teure Länder wie die Schweiz.

Noch mehr Japaner bleiben aus

Was auffällt: Luzern schneidet besser ab als der Durchschnitt der Schweiz. Gemäss Sibylle Gerardi von Luzern Tourismus sind die Übernachtungen von russischen Gästen in der Periode von Januar bis Oktober 2014 sogar um 3,6 Prozent gestiegen. Im Fünfjahresvergleich muss Luzern hingegen ebenfalls einen Rückgang hinnehmen – und zwar um 1,7 Prozent. Trotzdem zeigt sich die Touristikerin optimistisch für die Region: «Die aktuellen und künftigen Hotelprojekte und Investitionen wie ‹Gütsch›, Parkhotel Vitznau, ‹Bürgenstock› und ‹The Chedi› in Andermatt können dazu beitragen, russische Gäste nach Luzern zu bringen, die 5-Sterne-Häuser bevorzugen», betont Sibylle Gerardi.

Stärker als bei den Russen macht sich das Ausbleiben der Japaner bemerkbar – minus 10,7 Prozent weniger Übernachtungen von Januar bis Oktober 2014. Ein Grund ist wie in Russland der Zerfall der Währung. Innert zweier Jahre raste der Yen um 25 Prozent in den Keller. Zudem wurde Ende März dieses Jahres die mit unserer Mehrwertsteuer vergleichbare Konsumsteuer fast verdoppelt. «Viele Japaner haben vor der Erhöhung noch private Investitionen in elektronische Geräte oder Hausrenovationen getätigt und stattdessen auf Auslandreisen verzichtet», weiss Daniela Bär. Hinzu kommt, dass in Japan nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima der Patriotismus wieder stärker in den Vordergrund rückte. Das dämpft die Reiselust vieler Japaner zusätzlich. In Luzern spielt Japan laut Gerardi seit längerem eine weniger grosse Rolle als andere asiatische Märkte. «In den letzten fünf Jahren hatten wir ein Minus von 16,7 Prozent», betont sie. Am beliebtesten ist die Stadt bei den Koreanern: Deren Anteil stieg bei den Hotelübernachtungen in den letzten fünf Jahren um 125 Prozent! Und wie sieht die Situation in Skiregionen aus? «Russen und Japaner spielen für uns eine ganz kleine Rolle, und daher spüren wir auch keinen grossen Rückgang», sagt Engelbergs Tourismusdirektor Frederic Füssenich. Gleich tönt es in Andermatt.

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