Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Türkische Invasion in Syrien: Die nächsten Tage und Wochen stehen im Zeichen des Protests

In der Schweiz regt sich grosser Widerstand gegen die türkische Invasion in Syrien.
Annika Bangerter
Truppen auf dem Vormarsch in Syrien. (Bild: Keystone)

Truppen auf dem Vormarsch in Syrien. (Bild: Keystone)

Gestern Abend wurde in den Strassen von Basel demonstriert. Heute auch, morgen ebenso. Diese Woche sind Abend für Abend Protestzüge gegen den Einmarsch der Türkei in Nordsyrien vorgesehen. Denn viele der in der Schweiz wohnhaften Kurdinnen und Kurden leben in Basel.

Doch nicht nur am Rheinknie tragen sie gemeinsam mit Sympathisanten ihren Protest auf die Strasse. Für Mittwoch sind in Bern und für Samstag in Genf ebenfalls Demonstrationen angesagt. Bereits am vergangenen Samstag haben Tausende von Menschen in der Züricher Innenstadt demonstriert. Sie skandierten: «Stoppt den Terror» oder «Frieden für Rojava».

Die Baslerin Özen Aytaç ist im Kulturverein Dem-Kurd und in der kurdischen Frauenbewegung aktiv. Sie sagt: «Es geht bei den Demonstrationen nicht nur um die kurdische Sache. Es herrscht Krieg. Die Türkei verletzt internationale Rechte und zerstört demokratische Gemeinschaften. Dass die UNO-Konventionen eingehalten werden, geht alle Menschen etwas an.» Für sie sind die Proteste die einzige Möglichkeit, «um die Weltbevölkerung aufzurütteln».

Sibel Arslan, Grüne-Nationalrätin.

Sibel Arslan, Grüne-Nationalrätin.

Gleichzeitig würde Solidarität mit den Menschen vor Ort gezeigt, sagt sie. Doch können die Proteste tatsächlich etwas ausrichten? Mustafa Atici, SP-Grossrat in Basel, antwortet mit einer Gegenfrage: «Was bleibt den Menschen denn noch?» Der Westen reagiere nicht konsequent. «Bislang gab es höchstens Lippenbekenntnisse. Die Proteste richten sich auch gegen diese Gleichgültigkeit», sagt Atici.

Schreiben an den Bundesrat

Der Basler Grossrat beobachtet, dass der Einmarsch türkischer Truppen in Syrien die kurdische Diaspora verändert. Diese setzt sich aus Kurden mit Wurzeln in der Türkei, Syrien, Irak und aus dem Iran zusammen. «Bislang waren sie sich in verschiedenen Fragen nicht einig. Der Einmarsch der Türkei in Nordsyrien lässt sie jetzt aber eng zusammenrücken», sagt Atici.

Mustafa Atici, SP-Grossrat in Basel.

Mustafa Atici, SP-Grossrat in Basel.

Sämtliche Vereine würden miteinander zusammenarbeiten. Der Protest findet nicht nur auf der Strasse statt. Auch Parlamentarier aus unterschiedlichen Parteien fordern, dass sich die offizielle Schweiz kritischer gegenüber Ankara äussert als bisher. Grünen-Nationalrätin und Aussenpolitikerin Sibel Arslan hat beim Bundesrat ein Schreiben eingereicht.

Darin habe sie die Situation vor Ort, aber auch jene in der Schweiz dargelegt, sagt sie. Gleichzeitig habe sie rasche Handlungen gefordert: «Die Schweiz hat Möglichkeiten – etwa eine Intervention beim UNO-Sicherheitsrat oder den Stopp des Waffenexports in die Türkei.» Sie verurteile den Einmarsch in Nordsyrien «ganz klar» und rufe zur Gesprächsführung anstatt zur Waffennutzung auf. «In einem Krieg gibt es nur Verlierer. Auf beiden Seiten.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.