ÜBERGEWICHT: Millionen für Dickmacher

Gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung fördert der Bund mit Subventionen eine falsche Ernährung. Die Experten verlangen ein Umdenken.

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Essen soll Freude bereiten. Doch wer zu oft zubeisst, droht schnell einmal übergewichtig zu werden. (Bild: Getty)

Essen soll Freude bereiten. Doch wer zu oft zubeisst, droht schnell einmal übergewichtig zu werden. (Bild: Getty)

Jeder fünft Schweizer ist übergewichtig. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Studie, die diese Woche veröffentlicht wurde. Der Bund versucht, mit umfangreichen Präventionsmassnahmen, Gegensteuer zu geben. Gleichzeitig aber fördert er mit seinen Landwirtschaftssubventionen einen falsche Ernährung. Dieser Meinung ist Christian Ryser, Geschäftsführer der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung. So gab die Schweiz im letzten Jahr 57 Millionen Franken aus, um den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte anzukurbeln. Während Gemüse und Früchte mit nur etwa drei Millionen gefördert wurden, erhielten Fleischprodukte sechs und Milchprodukte gar 30 Millionen Franken.

Früchte und Gemüse mehr fördern

«Da wird die Lebensmittelpyramide auf den Kopf gestellt», kritisiert Ryser. «Statt Früchte und Gemüse zu fördern, weil sie gesund sind und zu wenig verzehrt werden, subventioniert der Bund Fleisch, von dem die Schweizer ohnehin doppelt so wie verbrauchen wie empfohlen. Das ist stossend.» Ryser fordert, dass bei der Absatzförderung des Bundes künftig die Gesundheitsstrategie einbezogen wird. Beim Bund ist man sich des Widerspruchs durchaus bewusst: «Wir bringen diese Forderung in den Gesprächen mit den anderen Bundesämtern immer wieder ein», sagt Michael Beer, Vizedirektor des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.