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Überhaupt nicht langweilig – der neue Slogan der BDP bekommt gute Noten

«Langweilig, aber gut»: So heisst der Wahlslogan der BDP. Eine Umfrage bei Werbern und Politikberatern zeigt: Der Wahlspruch der kleinen Mittepartei kommt gut an.
Roger Braun
Plakate, fotografiert an der Delegiertenversammlung der BDP Schweiz, am Samstag, 27. April 2019 in Burgdorf. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Plakate, fotografiert an der Delegiertenversammlung der BDP Schweiz, am Samstag, 27. April 2019 in Burgdorf. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Lösungsorientiert, konstruktiv, pragmatisch: Wenn Mitteparteien um den Zuspruch der Wählerschaft buhlen, klingt das meist etwas gleich. Ausser bei der BDP: «Langweilig, aber gut» heisst der neue Slogan, den die kleine Mittepartei an ihrer Delegiertenversammlung vom Wochenende vorgestellt hat.

Das Aikido-Prinzip: Aus einer Schwäche wird Stärke

Gar nicht langweilig finden das profilierte Wahlkampfexperten und Werber. «Der Slogan ist erfrischend, weil er ehrlich ist», sagt Roman Hirsbrunner, der Geschäftsführer der renommierten Werbeagentur Jung von Matt.

«Der Slogan schafft durch seine Ehrlichkeit Nähe. Man erhält den Eindruck, dass da jemand spricht, der einen versteht.»

Hirsbrunner sagt, der BDP-Wahlspruch entspreche perfekt dem Aikido-Prinzip aus der Werbebranche: Man macht aus einer Schwäche eine Stärke.

«Die BDP muss mit dem Vorwurf leben, langweilig zu sein. Doch anstatt den Fehler zu machen, sich dagegen zu wehren, macht sie eine Stärke daraus.»

Für Hirsbrunner ist die Selbsterkenntnis das, was eine starke Marke ausmacht. «Wenn jemand sich gut selbst einschätzen kann, demonstriert das den Kunden Kompetenz und Verlässlichkeit.»

Ehrlich, passend, überraschend

Louis Perron (Bild: pd)

Louis Perron (Bild: pd)

Positiv bewertet auch Wahlkampfberater Louis Perron den Slogan. «Er ist mutig und stösst deshalb auf Interesse», sagt er. Perron findet auch, dass der Wahlspruch gut zur BDP passt.

«Die BDP sieht sich als lösungsorientierte bürgerliche Kraft. Der Slogan bringt das gut auf den Punkt, ohne zu langweilen.»

Kein Problem sieht Perron darin, dass Langeweile als Begriff negativ konnotiert ist. Als Person höre man es ungern, dass man langweilig sei, sagt der Wahlkampfberater. Doch:

«Wenn es um die Politik in Bern geht, haben die Leute ganz gerne etwas mehr Langeweile. Die vielen Provokationen, die Selbstprofilierung und die Symbolkämpfe haben sich etwas abgenutzt.»

Im Hinblick auf die Wahlen im Herbst ist Hirsbrunner einverstanden mit dieser Einschätzung. Er sagt aber auch: «Langfristig muss die Partei den Slogan weiterentwickeln, weil viele Bürger von den Parteien auch einen gewissen Gestaltungswillen erwarten. »

Die Krux mit der Selbstironie

Mark Balsiger (Bild: key)

Mark Balsiger (Bild: key)

Für Politikberater Mark Balsiger wirkt der Slogan ebenfalls sympathisch. Er sei zwar gewagt, passe aber gut zum Image der BDP. Ein Fragezeichen setzt er hingegen bei der Verständlichkeit.

«Umfragen zeigen immer wieder, dass Selbstironie von vielen Menschen nicht verstanden wird.»

Vor allem aber kritisiert er, dass der Slogan mit keinem politischen Inhalt verbunden wird. «Zu Beginn stösst dieser Slogan sicher auf das Interesse der Medien, doch griffiger wird das Profil der BDP deshalb nicht.»

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