UNFALLSTATISTIK: Mehr Fussballunfälle in WM- und EM-Jahren

Die Suva hat Unfallstatistiken ausgewertet. Sie zeigen eine Zunahme von Freizeitunfällen in den Jahren, in denen eine Fussballwelt- oder Euromeisterschaft stattfindet. Der Anstieg beginnt jeweils bereits vor den Finalspielen.

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«Wie genau ging dieser Behrami nochmals in die Zweikämpfe?» Szene eines Grümpelturniers in Cham. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

«Wie genau ging dieser Behrami nochmals in die Zweikämpfe?» Szene eines Grümpelturniers in Cham. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Knapp zehn Prozent der Freizeitunfälle ereigneten sich beim Fussballspielen, teilte die Suva am Mittwoch mit. Die Versicherung hat dazu Statistiken der Jahre von 2004 bis 2013 ausgewertet. Das Ergebnis: In WM- und EM-Jahren werden mehr Fussballunfälle gemeldet.

Detailliertere Auswertungen zeigen, dass die Unfallzahlen während eines Turniers zuerst zurückgehen. Die Leute schauten lieber zu, als selber Fussball zu spielen, schliesst die Suva daraus.

Bereits eine Woche vor dem Final sei dann wegen der fussballfreien Tage vor dem Entscheidungsspiel ein massiver Anstieg der Unfälle zu beobachten: Bis Ende Juli passierten rund 20 Prozent mehr Unfälle als in der vergleichbaren Periode in den Jahren ohne WM oder EM.

Bei Männern unter 30 Jahren seien es sogar über 30 Prozent mehr Fussballunfälle, belegen die Auswertungen der Suva weiter. Wegen der oft späten Sendezeiten der WM in Brasilien sei aber noch nicht klar, ob sich dieser Effekt in diesem Sommer ebenfalls zeige.

Die Suva will nun durch Befragungen von Versicherten herausfinden, in welchem Rahmen sich die Spieler verletzen: Sind es Gelegenheitsfussball oder Teilnehmer an Grümpelturnieren?

Die Auswertung der Unfallstatistik steht im Zusammenhang mit der aktuellen Präventionskampagne der Suva zum Thema Fussball, die im März lanciert wurde. Unter anderem wurde ein Test veröffentlicht, mit dem man sein Verletzungsrisiko selber bestimmen kann.

sda