US-WAHLEN: US-Amerikaner in der Schweiz wählen per Post oder vor Ort

In der US-Botschaft in Bern wird es am Dienstag keine Warteschlangen anlässlich der Präsidentschaftswahl geben. US-Amerikaner in der Schweiz erfüllen ihre Pflicht als Bürger direkt an der Wahlurne vor Ort oder per Post.

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Archivbild: Eine Aufnahme der Amerikanischen Botschaft in Bern. (Bild: JUERG MUELLER (KEYSTONE))

Archivbild: Eine Aufnahme der Amerikanischen Botschaft in Bern. (Bild: JUERG MUELLER (KEYSTONE))

In der Schweiz leben etwa 20'000 Amerikaner, wie die US-Botschaft in Bern bestätigte. Leider erlaube das Wahlsystem nicht, die Wahlbeteiligung der in der Schweiz wohnhaften Amerikanern zu berechnen, sagte Kim Hunziker, Mediensprecherin der Botschaft, gegenüber der sda.

Die Wahlbeteiligung ist unter den Auslandsamerikanern ein grosses Problem. Es gibt zwar keine verlässlichen Zahlen, doch bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen dürfte sie lediglich zwischen 10 und 15 Prozent gelegen haben. In diesem Jahr könnte sich das jedoch aufgrund der Brisanz der Wahlen und der Polarisierung der Präsidentschaftskandidaten ändern.

Einfluss auf Wahlergebnis

Alle US-Bürgerinnen und -Bürger, die im Ausland leben - die sogenannten Expats - haben die Möglichkeit, ihren Stimmzettel per Post oder elektronisch an ihren Staat zu senden. Auch das direkte Abstimmen in den USA ist erlaubt.

Expats haben dieselben Rechte wie US-Bürger im Inland und damit Einfluss auf das Ergebnis der Wahl. Die Zahl der Auslandsamerikaner wird weltweit auf rund 8,7 Millionen geschätzt.

Die Botschaft in der Schweiz stellte zwei Personen zur Verfügung, um Fragen der hier ansässigen US-Amerikaner zu beantworten. Eine Website der Regierung bot ebenfalls notwendige Informationen.

Auch die beiden grossen Parteien unterstützen die Wähler im Ausland im Internet. Sie haben insbesondere Websites geschaffen, um den Wählern die Registrierung zu erleichtern www.VoteFromAbroad.org undhttp://www.republicansoverseas-swiss.com/.

Wahlnacht live mitverfolgen

Mehrere Veranstaltungen ermöglichen es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, live die Ergebnisse mitzuverfolgen. In Bern organisiert die US-Botschaft im Kornhaus Café einen Anlass mit grossen Bildschirmen für alle Interessierten. Es wird mit rund 200 Besuchern gerechnet. Die Organisatoren hoffen aber auf noch mehr Gäste.

In Genf haben sich Demokraten und Republikaner für eine ähnliche Veranstaltung zusammengeschlossen. Der Anlass wird durch den American International Club of Geneva finanziert. Die Organisatoren erwarten rund 300 Personen. Ähnliche Veranstaltungen finden in Basel und Zürich statt - jedoch in bescheidenerem Umfang.

Bei den US-Vorwahlen Anfang März konnten nur die Demokraten an zwei Standorten in der Schweiz abstimmen. In Genf sammelte Bernie Sanders 112 Stimmen und seine Rivalin Hillary Clinton 105. In Zürich fiel das Ergebnis ähnlich aus. Dort besiegte der Senator aus Vermont die ehemalige Aussenministerin mit 68 zu 44 Stimmen.

Republikaner hatten in der Schweiz nicht die Möglichkeit, an den Vorwahlen abzustimmen.

sda