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Vorwurf der Korruption – ETH leitet Untersuchung ein

Die ETH kommt nach der Mobbing-Affäre nicht zur Ruhe. Weil eine Professorin von Korruption an der Spitze spricht, untersucht die Elite-Universität die neuen Vorwürfe.
Yannick Nock
ETH-Präsident Joël Mesot. (Bild: Alex Spichale)

ETH-Präsident Joël Mesot. (Bild: Alex Spichale)

Die Physik-Professorin Ursula Keller wählte deutliche Worte: Die ETH werde von inoffiziellen Koalitionen gelenkt, die sämtliche Macht auf sich vereinigten, sagte sie vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem Online-Magazin «Republik». Sie sprach von Korruption. Keller reagierte damit auf die beantragte Entlassung ihrer Kollegin, die als «mobbende Professorin» bekannt gewordene Marcella Carollo. Mit einem männlichen Professor wäre man anders umgesprungen, sagt Keller.

Die Aussagen haben Folgen: Der ETH-Rat leitet eine Untersuchung ein, wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet. Diese wurde vom neuen ETH Präsidenten Joël Mesot beantragt. «Ich habe darum gebeten», sagt Mesot in einem Interview mit der Zeitung, die am Samstag erscheint. «Das sind massive, aber unbelegte Vorwürfe», sagt er. Dennoch würde man die Anschuldigungen ernst nehmen. «Die gilt es zu klären.»

Auf die Frage, ob Professorin Keller etwas zu befürchten habe, sollten sich die öffentlichen Vorwürfe als unbegründet herausstellen, sagt Mesot: «Eine Entlassung ist nicht unser Ziel. Wir müssen schauen, was die Untersuchung ergibt.»

«Das stimmt nicht»

Im Interview nimmt Mesot auch Stellung zur ehemaligen Astronomie-Professorin Marcella Carollo, die über Jahre Doktoranden gemobbt haben soll. Carollo bestreitet dies und sagt, dass sie sich nie zu den konkreten Vorwürfen äussern konnte.

Mesot: «Das stimmt nicht. Sie wurde sehr wohl angehört.» Sie sei in mehreren Gesprächen mit den Vorwürfen konfrontiert worden. Carollo habe ihre Sicht der Dinge ausführlich darlegen können.

Zu den öffentlichen Aussagen gegen die ETH ergänzt Mesot: «Ich muss gestehen, ich bin schockiert und enttäuscht, wie die Öffentlichkeit gezielt eingesetzt wird, um Druck auszuüben und den Kurs der ETH zu bestimmen.»

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