VERDINGKINDER: Hilfsfonds für Verdingkinder: Bauernverband will nicht zahlen

Für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen ist ein Soforthilfsfonds geplant. Der Bauernverband wird sich daran aber nicht beteiligen.

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Aufnahme eines Vedingkindes während der Arbeit. Das Foto stammt aus dem Jahre 1945. (Bild: Keystone)

Aufnahme eines Vedingkindes während der Arbeit. Das Foto stammt aus dem Jahre 1945. (Bild: Keystone)

fak. Weil ehemalige Verdingkinder, Zwangssterilisierte und Fremdplatzierte in teilweise prekären Verhältnissen leben, hat der Runde Tisch, den Bundesrätin Simonetta Sommaruga letztes Jahr ins Leben gerufen hat, die Schaffung eines Soforthilfefonds beschlossen. Ab dem Herbst sollen die ersten Gelder ausgezahlt werden.
Im Gegensatz zu den Kantonen und der Schweizerischen Bischofskonferenz will sich der Schweizerische Bauernverband nicht an der Äufnung des Fonds beteiligen. Das bestätigt Peter Kopp, Leiter Soziales und Dienstleitungen, der für den Verband am Runden Tisch teilnimmt. Man habe diese Frage intensiv in den Gremien besprochen und entschieden, «dass sich der SBV nicht an den finanziellen Leistungen beteiligen kann», wie Kopp sagt. Sowohl die juristische als auch die finanzielle Situation des Bauernverbandes liessen eine Beteiligung nicht zu.

Kantone und Kirche machen mit

Die katholische Kirche hingegen hat bereits beschlossen, sich am Fonds mit einer Topfkollekte zu beteiligen. Anfang März wird die Bischofskonferenz die genauen Modalitäten festlegen. Wolfgang Bürgstein, Generalsekretär der Nationalkommission Justitia et Pax, rechnet damit, dass mindestens 300 000 Franken zusammenkommen werden. Den grössten Teil werden allerdings die Kantone beitragen. Die Konferenz der kantonalen Sozialdirektoren hat empfohlen, insgesamt fünf Millionen Franken aus den Lotteriefonds einzubringen. Beschlossen ist noch nichts, aber erste Kantone haben ihre Teilnahme zugesagt, wie das Bundesamt für Justiz bestätigt. Ziel ist, für die Soforthilfe bis acht Millionen Franken zu äufnen.