VERFAHREN: Nur jeder 10. Asyl-Rekurs wird gutgeheissen

Parallel zu den Asylge­suchen steigt die Zahl der Beschwerden. Nur in wenigen Fällen lohnt sich der Rechtsweg.

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Asylverfahren in der Schweiz. (Bild: Grafik: Oliver Marx)

Asylverfahren in der Schweiz. (Bild: Grafik: Oliver Marx)

kä. Bis Ende September dieses Jahres sind bereits 4062 Beschwerden gegen Asylentscheide beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen. Damit verstärkt sich eine Tendenz, die sich schon länger abgezeichnet hat: Die Zahl der Rekurse steigt. Zählte das Bundesverwaltungsgericht 2011 noch 3792 Beschwerden, versuchten letztes Jahr bereits 4835 Asylbewerber, einen negativen Entscheid durch die Justiz umzustossen. Dies zeigt eine Statistik, die das Bundesverwaltungsgericht auf Anfrage unserer Zeitung zusammengestellt hat.

Der Anstieg der Beschwerden verläuft parallel zur Zunahme der Asylgesuche. Meistens scheitern die Beschwerdeführer. Bloss jeder 10. Rekurs wird gutgeheissen, wie Gerichtssprecher Ivo Bähni sagt. Aussichtslos ist die Ausgangslage zum Beispiel für Männer, die gegen ihre Rückführung nach Italien protestieren mit dem Argument, die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende seien dort erbärmlich und unmenschlich. Dabei handelt es sich um sogenannte Dublin-Fälle.

Pendenzenberg ist gewachsen

Da die Beschwerden inhaltlich immer komplexer werden, konnte das Bundesverwaltungsgericht weniger Fälle abschliessen als früher. 2014 wuchs der Pendenzenberg auf 1947 – knapp 700 unerledigte Fälle mehr als im Vorjahr.

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