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Verfahren wird eingestellt: Gemeindeschreiber von Boswil kehrt an Arbeitsplatz zurück

Facebook-Beiträge des Boswiler Gemeindeschreibers sorgten schweizweit für Zündstoff und führten zu seiner Beurlaubung. Nun ist er wieder am Arbeitsplatz.
Daniel Wickis Facebook-Posts sorgten für Aufsehen. (Bild: Archiv)

Daniel Wickis Facebook-Posts sorgten für Aufsehen. (Bild: Archiv)

(pz) Der Gemeinderat von Boswil beurlaubte seinen Gemeindeschreiber Daniel Wicki (43) Mitte Dezember 2018, nachdem mehrere seiner Facebook-Posts mit Hasskommentaren gegen Flüchtlinge öffentlich Wellen geschlagen hatten.

Wie Recherchen von Tele M1 zeigen, ist Daniel Wicki bereits wieder zurück an seinem Arbeitsplatz. Grund: Die Staatsanwaltschaft will das Verfahren gegen ihn einstellen.

«Der Gemeinderat bedauert die unbedachten und menschenverachtenden Posts ihres Gemeindeschreibers Daniel Wicki. Diese sind nicht tolerierbar», schrieb der Gemeinderat in einem Communiqué an die Medien nach der Beurlaubung.

Vizeammann Liliane Kappeler erklärte damals vor den Medien: «Sollte er schuldig gesprochen werden, wird ihn der Gemeinderat entlassen.» Ansonsten würden Massnahmen, die der Gemeinderat angeordnet habe, greifen:

Entlassung gefordert

Daniel Wicki hatte auf Facebook wiederholt Stimmung gegen Asylsuchende gemacht. Nachdem in Deutschland eine Frau vergewaltigt worden war – unter anderem von Asylbewerbern – schrieb er: «An die Wand stellen und ihnen eine saubere 9-mm-Impfung verpassen!!!! Tut nicht weh, ist effizient und nachhaltig.» Nachdem diese Posts durch Medien einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden, entschuldigte er sich dafür. Die Empörung ebbte allerdings nicht ab.

In einem offenen Brief an den Boswiler Gemeinderat hatten Aargauer Politikerinnen und Politiker die Entlassung des Gemeindeschreibers gefordert. Der Vorwurf: «Wer auf Facebook zur Lynchjustiz aufruft, ist für dieses Amt untragbar.» Eine entsprechende Petition von SP-Nationalrat Cédric Wermuth hatten innert weniger Stunden mehr als tausend Personen unterschrieben.

Auch der SP Boswil reichte diese Entschuldigung nicht. Ortsparteipräsident Reto Karich reichte eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten ein. «Wir wollen eine saubere rechtliche Abklärung, ob das Verfassen solcher Kommentare einen Tatbestand erfüllt.» Die SP Boswil hatte dies zusammen mit der SP Aargau entschieden.

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