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VERKEHR: Neue Fernbuspläne stossen auf Widerstand

Mit Eurobus plant bereits ein zweiter Anbieter nationale Fernbuslinien. Das sei problematisch, sagt der ÖV-Branchenverband. Für Direktor Ueli Stückelberger ist eine rote Linie überschritten.
Ein Bus aus der Flotte von Domo Reisen, welche drei Fernbuslinien beantragt hat (Symbolbild). (Bild: PD / domo-reisen.ch)

Ein Bus aus der Flotte von Domo Reisen, welche drei Fernbuslinien beantragt hat (Symbolbild). (Bild: PD / domo-reisen.ch)

Noch rollen die Busse nicht, stattdessen gewinnt die Diskussion an Fahrt – und die Skepsis gegenüber den Fernbusplänen steigt. Neben der Carfirma Domo will auch ­Eurobus ins Geschäft einsteigen. Sie plant sieben nationale Buslinien, unter anderem von Zürich in die Tourismusorte Grindelwald und ­Davos.

Dass mit Eurobus bereits ein zweiter Anbieter auf den Markt drängt, stösst beim ÖV-Branchenverband VöV auf Widerstand. «Ich halte das für problematisch», sagt Direktor Ueli Stückelberger. Insbesondere die geplanten Linien nach Grindelwald und Davos sind für ihn nicht akzeptabel. «Damit wird der Regionalverkehr konkurrenziert», kritisiert er. «Für uns ist damit eine rote Linie überschritten.» Im Gegensatz zum Fernverkehr erhält der Regionalverkehr Subventionen. Domo hat bisher nur Angebote im Fernverkehr geplant, der VöV hat sich daher nicht dagegen gewehrt. «Domo darf aber nicht Türöffner sein für Hunderte Fernbuslinien», sagt Stückelberger.

Er steht mit seiner Skepsis nicht allein da. Der Präsident der ÖV-Vereinigung Litra, Nationalrat Martin Candinas (CVP/GR), sagt: «Für uns ist zentral, dass gleich lange Spiesse geschaffen werden.» Das heisse vor allem branchenübliche Löhne, die Einbindung in das Schweizer Tarifsystem, branchenübliche Standards für die Busterminals und die Einhaltung des Behindertengleichstellungsgesetzes. Persönlich erachte er es zudem als «sehr kritisch», wenn Fernbusse den Regionalverkehr konkurrenzierten, sagt Verkehrspolitiker Candinas.

«Wir können uns nicht ganz verweigern»

Die Pläne von Eurobus sorgten diese Woche auch im Ständerat für Gesprächsstoff. Stefan Engler (CVP/GR), Verwaltungsratspräsident der Rhätischen Bahn, warnte: Wenn eine Busfirma viermal am Tag von Zürich nach Davos fahren dürfe, würden die Erträge der Bahnen sinken – und das könnte zu einer Ausdünnung des Angebots führen.

Auch die Grünen-Nationalrätin Christine Häsler, die im Verwaltungsrat der Berner-Oberland-Bahnen sitzt, sieht die Pläne von Eurobus skeptisch. Mit Blick auf Sicherheit und Ökologie sei es sinnvoll, den Verkehr von der Strasse auf die Schiene zu verlagern – und nicht umgekehrt. Häsler sagt aber auch: «Wir können uns der Entwicklung nicht ganz verweigern.»

Erich Büsser, Vorsteher des Bündner Amts für Energie und Verkehr, sieht indes Chancen und Risiken, was die neuen Anbieter betrifft. «Für uns ist wichtig, dass die Fernbusse das bestehende Angebot ergänzen und es nicht konkurrenzieren.» Wenn die Fernbusse Kunden gewinnen könnten, die bisher das Auto nutzen, sei das gut. Wichtig sei, gemeinsam sinnvolle Lösungen zu suchen. Potenzial sieht Büsser beispielsweise bei einer Direktverbindung von Chur zum Flughafen Zürich, die momentan zu Randzeiten fehle. «Davon kann die Tourismusregion profitieren», sagt er.

Sicher ist: Bis die Busse fahren, dauert es noch. Der Bund prüft derzeit die Gesuche.

Maja Briner

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