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VERKEHRSSICHERHEIT: Fahrtrainings boomen – aber nur bei Firmen

55 000 Personen nahmen dieses Jahr bereits an einem Fahrtraining des Touring-Clubs der Schweiz (TCS) teil. Dies ist ein Rekordwert – dank Firmenkunden und Berufsfahrern. Aber bei den Privatkunden harzt es mehr denn je.
Dominik Buholzer
TCS Fahrtraining im Trainingcenter in Emmen. (Bild: Remo Nägeli (14.01.2010))

TCS Fahrtraining im Trainingcenter in Emmen. (Bild: Remo Nägeli (14.01.2010))

Dominik Buholzer

Sobald jetzt dann auch in den Niederungen der erste Schnee fällt, schnellen die Unfallzahlen in die Höhe. Adrian Suter, Leiter Bildung & Entwicklung beim TCS, spricht von einem jährlichen Phänomen: «Eigentlich wissen wir alle, dass wir im Winter mit Schnee und Eis auf der Strasse rechnen müssen. Doch viele verhalten sich, als hätten sie davon noch nie was gehört.» Und viele zögern beispielsweise, eine Vollbremsung zu machen, wenn sie ins Schleudern zu geraten drohen.

Letzteres kann man in einem Fahrtraining üben. Solche Kurse erfreuen sich beim TCS grosser Beliebtheit, wie die Anfang dieser Woche publik gewordenen Zahlen belegen. Im laufenden Jahr haben bereits 55 000 Personen an einem entsprechenden Kurs teilgenommen. Dies entspricht einem neuen Höchstwert, dem zweiten innerhalb von zwei Jahren. 2016 waren es gesamthaft 52 727 Teilnehmer.

Alle zehn Jahre einen Kurs besuchen genügt

Von einem Bewusstseinswandel kann allerdings nicht gesprochen werden. Besonders oft befanden sich unter den Teilnehmern neben Neulenkern, die verpflichtet sind, ein Fahrtraining zu absolvieren, Firmen und Berufschauffeure. «Es sind also genau jene Zielgruppen, die wir in den vergangenen drei Jahren gezielt angesprochen haben», sagt Suter. Die Zahl der Einzelpersonen, die ein Fahrtraining absolvieren, ist dagegen weiter rückläufig.

Dabei bräuchte es laut Suter gar nicht so viel, um à jour zu bleiben. «Es genügt, wenn Sie alle zehn Jahre einen Kurs absolvieren», betont er.

Zwar werden die Autos immer sicherer und verfügen auch über bessere Sicherheitssysteme. Das Problem fängt aber oft dann an, wenn ein Lenker mit seinem Fahrzeug in Schwierigkeiten gerät. «Das beste Auto bringt einem nichts, wenn man nicht weiss, wann und wie man die Assistenzsicherheitssysteme einsetzt», sagt Suter. Und im Ernstfall geht es oft nicht einmal um Sekunden, die darüber ent­scheiden, ob es zu einem Unfall kommt oder nicht. «In Fahrtrainings lässt sich diese Situation sehr gut simulieren», sagt Suter.

Die wichtigste Regel bei Fahren auf Schnee

Man benötigt nicht ein sonderlich teures Auto. Es müssen auch nicht spezielle Winterreifen sein. Das wirksamste Mittel, um im Winter einen Unfall zu vermeiden, ist Gelassenheit, sagt Adrian Suter vom TCS. «Es bringt nichts, zu hetzen. Wenn es Schnee hat, geht es nun einmal einfach länger, bis wir am Ziel sind.»
Er empfiehlt, an solchen Tagen früher zur Arbeit zu gehen. Das grösste Risiko stellen dabei laut Suter nicht Vielfahrer dar, sondern jene, die nicht so oft mit dem Auto unterwegs sind. «Vielfahrer sind in der Regel gelassener», so Suter.
In der Schweiz gab es laut dem Bundesamt für Statistik im vergangenen Jahr insgesamt rund 17 600 Verkehrsunfälle.
Diese verursachten materielle
Kosten von rund 4 Milliarden Franken; darunter fallen unter anderem die medizinischen Betreuungskosten und jene, die durch die Abwesenheit am Arbeitsplatz entstehen.

bu

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