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VERKEHRSSICHERHEIT: Pro Velo pocht auf neue Regeln beim Überholen

Es ist gefährlich und führt zu vielen Unfällen: Viele Velofahrer beklagen sich, dass sie Autofahrer mit zu knappem Abstand überholen. Der Bundesrat sieht keinen Handlungsbedarf. Jetzt erhöht der Verband der Velofahrer den Druck.
Kari Kälin
Ein Autofahrer überholt eine Velofahrerin, die auf dem Veloweg fährt (Symbolbild). (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 3. Juli 2017))

Ein Autofahrer überholt eine Velofahrerin, die auf dem Veloweg fährt (Symbolbild). (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 3. Juli 2017))

Ein seitlicher Überholabstand von mindestens 1,5 Metern ab Tempo 50, in verkehrsberuhigten Zonen soll er einen Meter betragen: Dies fordert der Verband Pro Velo, um die Fahrradfahrer im Verkehr besser zu schützen.

Der Bundesrat hat indes kein Gehör für eine solche Massnahme. «Der gebotene Abstand beim Überholen von Fahrrädern ist von Fall zu Fall und unter Einbezug der konkreten Umstände zu ­beurteilen», schrieb er neulich in der Antwort auf eine Interpellation des Berner SP-Nationalrats und Pro-Velo-Präsidenten Matthias Aebischer. Es sei schwierig, die Einhaltung des Mindestabstandes zu kontrollieren, ergänzte die Landesregierung. Zudem würden die Fahrradstreifen für die Gefahr des zu nahen Überholens sensibilisieren.

Pro Velo wird den Druck trotz des negativen Bescheids aus Bern aufrechterhalten. «Wir werden das Gespräch mit dem Bundesamt für Strassen suchen», sagt Geschäftsführer Christoph ­Merkli. Er ist überzeugt, dass ein gesetzlicher Mindestabstand die Sicherheit der Velofahrer erhöht, Autofahrer wegen der Bussen­androhung diszipliniert und die Kontrollen entgegen der Einschätzung des Bundesrats praktikabel sind.

Auch Matthias Aebischer lässt nicht locker. «Der Mindestabstand gehört ins Gesetz», sagt er. Seine Interpellation haben Nationalräte aus allen politischen Lagern, auch der SVP, unterzeichnet. Er wird nun der For­derung mit seinen Verbündeten ­voraussichtlich mit einer Motion Nachdruck verleihen. Es ist gut möglich, dass der Vorstoss dann von einem bürgerlichen Politiker eingereicht wird, um das Anliegen noch breiter abzustützen.

In anderen Ländern gelten Mindestabstände

Der Ruf nach einem seitlichen Mindestüberholabstand kommt nicht von ungefähr. Rund ein Zehntel aller Velounfälle passieren, weil Autos zu wenig Abstand einhalten. In einer Umfrage gaben zwei Drittel der Velofahrer an, sie würden oft zu nah überholt. Auch die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) hat das Thema auf dem Radar, aber noch keine Empfehlung, wie gross ein allfälliger Mindestabstand sein müsste. Bei Radstreifen, sagt Sprecher Marc Kipfer, setze sich die BfU für eine Mindestbreite von 1,50 anstatt der heute gültigen 1,20 Meter ein.

Andere Länder kennen bereits Mindestabstände für das Überholen von Velofahrern. In Frankreich sind es innerorts 1 und ausserorts 1,5 Meter. In Spanien müssen Autos aus Sicherheitsgründen teilweise oder ganz auf die andere Fahrspur wechseln. In anderen Ländern, zum Beispiel Irland, Polen und Österreich, sind Bestrebungen für die Einführung eines Mindestabstandes im Gang.

Die Regeln werden auch durchgesetzt. So sind etwa in den USA, Grossbritannien und im österreichischen Bundesland Salzburg Polizisten auf Velos unterwegs und messen, ausgerüstet mit speziellen Radargeräten, ob Autofahrer beim Überholen genügend Abstand einhalten.

In der Schweiz verlangt das Gesetz beim Überholen derzeit eine «besondere» Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer. Ausserdem muss man beim Kreuzen, Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren ausreichend Abstand wahren.

Kari Kälin

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