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VERTEIDIGUNG: Die Armee lockt angehende Offiziere mit Geld

Die Armee will finanzielle Anreize für die Kaderausbildung schaffen: Wer Offizier wird, erhält bis zu 14400 Franken ans Studium oder an die Sprachschule bezahlt. Sicherheitspolitiker fühlen sich übergangen.
Maja Briner
Die Banken wurden angewiesen, mehrere 10'000 Franken an ausländische Geldinstitute zu überweisen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Die Banken wurden angewiesen, mehrere 10'000 Franken an ausländische Geldinstitute zu überweisen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Der Schweizer Armee fehlt es an Offizieren. Diesen Mangel will Verteidigungsminister Guy Parmelin mit einem Griff in die Militärkasse bekämpfen: Wer sich zum höheren Unteroffizier oder Offizier ausbilden lässt, dem soll die Armee mehrere tausend Franken an eine zivile Aus- oder Weiterbildung zahlen – an ein Studium etwa oder auch an eine Sprachschule im Ausland.

Die Armee will diese sogenannten Ausbildungsgutschriften ab 2018 einführen. Pro Gradstufe ist jeweils ein unterschiedlicher Maximalbetrag geplant: Für Feldweibel etwa soll es bis zu 12900 Franken geben. Bezahlt werden Studien- und Kursgebühren, nicht aber Lebenshaltungskosten wie etwa die Miete.

Die Armee rechnet für 2018 bis 2021 mit Kosten von zirka 23 Millionen Franken, wie Armee-Sprecherin Delphine Allemand erklärt. Eine entsprechende Verordnung soll der Bundesrat noch dieses Jahr verabschieden. Obwohl dieser Schritt noch aussteht, informiert das Verteidigungsdepartement online bereits detailliert über die Gutschriften. Anträge dafür könnten schon gestellt werden, heisst es – immerhin mit dem Hinweis, die Angaben seien ohne Gewähr, da die Verordnung noch in Bearbeitung sei.

«Das ist störend»

Während die Behörden die Internetseite aktualisierten, gingen die Sicherheitspolitiker offenbar vergessen. CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler (LU) etwa ist überrascht über die ­geplante Einführung der Ausbildungsgutschriften. Die Sicherheitspolitische Kommission sei nicht über die Pläne informiert worden, sagt sie: «Das ist störend.» Glanzmann-Hunkeler zeigt sich der Idee von Ausbildungsgutschriften nicht abgeneigt, findet aber: «Über die Höhe des Betrags müsste man noch diskutieren. Schliesslich beklagt die Armee immer wieder, sie habe zu wenig Geld.»

Auch andere Sicherheitspolitiker zeigen sich zurückhaltend. SP-Nationalrätin Edith Graf-­Litscher (TG) sagt: «Ich finde es grundsätzlich positiv, dass die Armee darüber nachdenkt, wie der Militärdienst auch für Kader attraktiv gemacht werden kann – und nicht nur, wie der Zivildienst unattraktiv gemacht werden kann.» Sie gibt aber zu bedenken, dass durch die Ausbildungsgutschriften jene benachteiligt würden, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Dienst leisten können. Dafür müsste eine Lösung gefunden werden, sagt sie.

Klarer Zuspruch für die Ausbildungsgutschriften kommt von SVP-Nationalrat Werner Salzmann: «Das ist ein guter Anreiz.» Dass einige Soldaten in der Folge nur des Geldes wegen die Kaderausbildung machen werden, glaubt er nicht. «Das sehe ich nicht als Gefahr», sagt Salzmann, der als Milizoffizier selbst mithilft, unter anderem Bataillonschefs auszubilden. Die Kritik, dass die Sicherheitspolitiker nicht informiert wurden, lässt der Berner nicht gelten: «Man müsste halt an Informationsveranstaltungen teilnehmen.»

Maja Briner

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