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Facebook-Video zeigt eingeklemmten Arm in Zugtüre – SBB sprechen von Verunsicherungsversuch

Auf Facebook-Profilen von SBB-Kundenbegleitern zirkuliert ein Filmchen, das zeigt, wie ein Mann seinen Arm bewusst in einer Zugtüre einklemmt. Die SBB sehen darin einen «Versuch, die Öffentlichkeit zu verunsichern».
Lorenz Honegger

Der tragische Todesfall eines Zugchefs am Bahnhof Baden bewegt die SBB-Belegschaft auch mehr als eine Woche später. Der Kundenbegleiter wurde am 4. August in einer Türe des Interregio-Zuges Basel-Zürich eingeklemmt und konnte sich nicht mehr befreien. Der Zug schleifte den 54-Jährigen mit; der Mann erlag seinen Verletzungen.

Zehn-Sekunden-Video

In den sozialen Medien diskutieren verunsicherte SBB-Kundenbegleiter zurzeit über die Sicherheit des betroffenen Wagentyps («Einheitswagen IV») und die Zuverlässigkeit des Einklemmschutzes. Auf Facebook-Profilen von Bahnmitarbeitern kursiert ein zehn Sekunden langes Video, das zeigt, wie ein Mann seinen rechten Arm in die Öffnung einer Zugtüre hält und diese mit der freien linken Hand selber zuschiebt. Der Arm wird eingeklemmt, ohne dass die Türe von selbst wieder aufspringt. Erst als der Betroffene die Türe von Hand wieder öffnet, kann er seinen Arm herausziehen.

ein 54-jähriger Chef-Zugbegleiter in der Türe eingeklemmt, mitgeschleift und tödlich verletzt worden. Die Bundesbahnen kritisieren das Video auf Anfrage der Redaktion CH Media als «Versuch, die Öffentlichkeit falsch zu informieren und zu verunsichern». Die Wagentüre werde im Video offensichtlich von Hand zugedrückt, wodurch die Schutzmechanismen «absichtlich» ausser Kraft gesetzt würden.
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Die Bundesbahnen kritisieren das Video auf Anfrage der Redaktion CH Media als «Versuch, die Öffentlichkeit falsch zu informieren und zu verunsichern». Die Wagentüre werde im Video offensichtlich von Hand zugedrückt, wodurch die Schutzmechanismen «absichtlich» ausser Kraft gesetzt würden. «Dies bestätigen unsere Fachpersonen. Ausserdem kann die Person die Türe ohne Probleme wieder öffnen», sagt ein Sprecher. Es sei auch nicht nachvollziehbar, unter welchen Umständen das Video entstanden sei. Deshalb sei eine seriöse Beurteilung nicht möglich.

Andreas Menet, Zentralpräsident des Zugpersonalverbandes, hat das Video laut eigenen Angaben vor fünf Tagen zum ersten Mal gesehen. Auch er betont, das Video wiederspiegle den Schliessprozess technisch nicht sauber, weil die Tür in diesem Fall manuell und nicht automatisch geschlossen werde. «Im Normalfall müsste der Einklemmschutz funktionieren.» Das Video zeige aber, dass es grundsätzlich möglich sei, die Hand einzuklemmen. Der Zugpersonalverband fordert von den SBB, den Einheitswagen IV aus dem Verkehr ziehen, bis alle Zweifel punkto Sicherheit ausgeräumt sind.

SBB drohen mit rechtlichen Schritten

Der «Tages-Anzeiger» publizierte das Facebook-Video am Dienstagmorgen als erstes Medium auf seiner Website, entfernte es aber wenig später.

Gegenüber der Redaktion CH Media behalten sich die SBB für den Fall einer Veröffentlichung juristische Schritte vor und verweisen auf die journalistische Sorgfaltspflicht. Die Redaktion CH Media stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass an dem bereits auf Facebook zirkulierenden Video im Zuge der Debatte über die Sicherheit des SBB-Rollmaterials ein legitimes öffentliches Interesse besteht, solange die von den Bundesbahnen geltend gemachten Einschränkungen erwähnt sind.

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