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Cédric Wermuth: Vom Kiffer zum Ständeratskandidaten

SP-Nationalrat Cédric Wermuth will bei den Wahlen 2019 einen Sitz im Ständerat ergattern. Die jüngsten Erfolge der Aargauer SP stimmen ihn zuversichtlich.
Tobias Bär
Cédric Wermuth bei einer Debatte im Nationalrat. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone, Bern, 6. Juni 2018)

Cédric Wermuth bei einer Debatte im Nationalrat. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone, Bern, 6. Juni 2018)

«Eine Schweiz der Menschen statt der Profite» – unter dieses Motto stellt Cédric Wermuth seine Kandidatur für den Ständerat, die er heute bekannt­gegeben hat. Nach dannzumal acht Jahren im Nationalrat will Wermuth 2019 für die Aargauer Sozialdemokraten den Sitz verteidigen, der durch den Rücktritt von Pascale Bruderer frei wird. Die SP Aargau brauche jemanden, der bereit sei, die gesamte Breite der Partei zu vertreten, schreibt Wermuth. «Dass ich das kann, habe ich in den vergangenen vier Jahren als Co-Präsident der Kantonalpartei unter Beweis gestellt», sagt der 32-Jährige auf Anfrage.

Tatsächlich ist Wermuth nicht mehr der, der er von 2008 bis 2011 als Juso-Präsident war. Geblieben ist von dieser Zeit vor allem das Bild, wie er sich an einer Delegiertenversammlung der Mutterpartei am Rednerpult einen Joint anzündet. Solch medienwirksame Provokationen gehören bei Wermuth, der inzwischen in der Staatspolitischen Kommission und in der Geschäftsprüfungskommission sitzt, der Vergangenheit an. Nach wie vor politisiert er aber am linken Flügel seiner Partei. Wermuth spricht sich explizit für die Überwindung des Kapitalismus aus, fordert eine Revolution, an deren Ende eine sozialistische Wirtschaftsordnung steht.

Diese Ideen sind im klar bürgerlich dominierten Nationalrat nicht mehrheits­fähig. Mit den Kräfteverhält­nissen in Bundesbern hat Wermuth auch schon gehadert, liebäugelte mit dem Abschied von der nationalen Bühne. Die jüngsten Wahlerfolge der SP Aargau auf kantonaler und kommunaler Ebene lassen ihn nun aber wieder an die Mobilisierungsfähigkeit der Linken glauben.

«Abgesehen vom Bundesratsamt kann ich mir alles vorstellen»

Wermuth wurde Mitte Mai zum zweiten Mal Vater einer Tochter, wohnt mit seiner Familie in Zofingen. Der Politikwissenschafter arbeitet in einem Teilzeitpensum für ein Zürcher Kommunikationsunternehmen. Im Nationalrat fällt Wermuth durch sein geschliffenes Mundwerk auf, wobei er auf manche arrogant wirkt. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» bezeichnete er sich hingegen als «harmoniebedürftig und unsicher».

Das hält ihn aber nicht davon ab, seine Ambitionen klar zu benennen: «Abgesehen vom Bundesratsamt kann ich mir alles vorstellen», sagte Wermuth Anfang Jahr. Der Aargauer gilt denn auch als möglicher Nachfolger von Christian Levrat. Bis dieser seinen Rücktritt ankündige, stelle sich die Frage nicht. Bei anderer Gelegenheit hat sich Wermuth über die Medien aufgeregt, die bei der Levrat-Nachfolge die Frauen vergessen würden. Der Einsatz für die Gleichstellung gehört zu den Schwerpunkten seiner Ständeratskandidatur.

Dass die Kandidatur – sollte er denn nominiert werden – mit seinem Profil im bürgerlichen Aargau eine grosse Herausforderung darstellt, weiss Wermuth. Bruderer hatte als gemässigte SP-Exponentin bis weit in die Mitte hinein Stimmen geholt. Neben Wermuth interessiert sich auch Parteikollegin Yvonne Feri für einen Sitz im Stöckli. Die SVP steigt mit Nationalrat Hansjörg Knecht, die CVP mit Grossrätin Marianne Binder-Keller ins Rennen.

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