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WAHL: Heinz Brand taucht plötzlich wieder auf

Nachdem er in der SVP-internen Ausmarchung unterlegen ist, bringt Heinz Brand die Idee eines Vierertickets ins Spiel. Derweil machen Gerüchte über eine Sprengkandidatur die Runde.

Lukas Leuzinger, Kari Kälin und Tobias Bär

Die Zeit vor Bundesratswahlen ist die Zeit der Spekulationen, Intrigen und taktischen Manöver. Das ist auch dieses Mal nicht anders. Gestern überraschte der Bündner SVP-Nationalrat Heinz Brand mit einer Idee, die er gegenüber der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens äusserte: Die Partei solle demnach für die Wahl am kommenden Mittwoch vier Kandidaten aufstellen. Das ist deshalb bemerkenswert, weil sich die SVP-Fraktion vorletzte Woche entschieden hatte, mit einem Dreierticket ins Rennen zu gehen – und Brand dabei leer ausgegangen war. Offiziell nominiert sind bekanntlich Thomas Aeschi, Norman Gobbi und Guy Parmelin.

Die Kritik aus den Parteien und der Öffentlichkeit habe gezeigt, «dass das offenbar nicht ganz der richtige Weg ist, um die angestrebte Ruhe wieder herbeizuführen», erklärte Brand in der «Rundschau». «Mit dem Viererticket würde man insbesondere dem Anliegen und dem Wunsch der anderen Parteien nach einer echten Auswahl Rechnung tragen.»

«Ein Missverständnis»

Will sich Brand nochmals ins Spiel bringen? Der 60-Jährige dementiert. «Es handelt sich wohl um ein Missverständnis», sagte er gestern auf Anfrage. Die «Rundschau» habe das Interview am letzten Freitag aufgenommen. Bei dieser Gelegenheit habe er die Möglichkeit thematisiert, dass die Frage des Vierertickets nochmals Diskussionsgegenstand bei der Fraktionssitzung vom Dienstag sein könnte. Dort kam das Viererticket jedoch nicht einmal zur Sprache. «Und damit ist für mich das Thema Bundesrat abgehakt.»

Sandro Brotz, Moderator der «Rundschau», will von Brands Konjunktiv nichts wissen. Die Redaktion habe auch nach dem Gespräch vom Freitag noch Kontakt mit Brand gehabt und der Nationalrat sei immer zu seiner Aussage gestanden, sagte er gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Bei der SVP-Führung kommt der Vorschlag Brands schlecht an. Das Viererticket sei in der Fraktion diskutiert – und «mit überdeutlichem Mehr abgelehnt» worden, sagte Fraktionschef Adrian Amstutz gestern Abend auf Anfrage. «Das Dreierticket hat sich klar durchgesetzt, weil die Fraktion bewusst alle Sprach­regionen darauf gleichwertig vertreten haben will. Bei einem Viererticket würde zu Recht der Vorwurf aufkommen, die zwei Kandidaten aus der lateinischen Schweiz seien Alibikandidaten.»

Auch bei den anderen Parteien löste Brands Idee keinen Jubel aus. «Ich sehe die Notwendigkeit dafür nicht», sagt der Zuger CVP-Nationalrat Gerhard Pfister. Weder seine Partei noch FDP, BDP oder GLP hätten bisher gesagt, dass die drei Kandidaten prinzipiell nicht wählbar seien. Der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen erklärte: «Die SVP soll sich zuerst einmal einig werden, was sie will.»

Sprengkandidatur möglich

Gerüchte, dass von linker Seite ein Sprengkandidat aufgebaut wird, machen seit Tagen die Runde. Aus SP-Kreisen ist zu hören, mehrere SVP-Politiker hätten sowohl gegenüber der SP-Fraktion als auch bürgerlichen Parteien signalisiert, dass sie sich auch gegen den Willen ihrer Partei für eine Wahl zur Verfügung stellen würden. «Die Möglichkeit einer vierten Kandidatur ist nicht ganz unrealistisch», sagt der Freiburger SP-Nationalrat Jean-François Steiert.

CVP-Fraktionschef Filippo Lombardi wollte die Möglichkeit eines wilden Kandidaten am Dienstag nicht ausschliessen. Unsere Recherchen zeigen: Die Wahlchancen der drei SVP-Kandidaten sind nach den Hearings bei den bürgerlichen Parteien nicht gestiegen. Offen bleibt, ob sich 124 Parlamentarier für ein Anti-SVP-Manöver finden lassen. Daran zweifelt man offenbar auch im linken Lager.

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