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WAHLEN: Sie greift den Stadtvater an

Mit Yvonne Beutler könnte im April erstmals eine Frau Stadtpräsidentin von Winterthur werden. Die Kandidatin der SP war eigentlich nur zweite Wahl.
Eveline Rutz
Will Stadtpräsidentin von Winterthur werden: Yvonne Beutler. (Bild: Keystone)

Will Stadtpräsidentin von Winterthur werden: Yvonne Beutler. (Bild: Keystone)

Wie Winterthur im Rest der Schweiz wahrgenommen wird, könnte sich am 15. April ändern. Mit Yvonne Beutler fordert eine SP-Frau den bisherigen Stadtpräsidenten, Mike Künzle von der CVP, heraus. «Ich will der Bevölkerung eine Alternative bieten», sagt die 44-Jährige, die seit 2012 für die Finanzen zuständig ist. Sie wolle ihrer Stadt ein frisches, soziales, ökologisches und urbanes Gesicht geben. Die Bevölkerung wünsche sich eine andere Politik; dafür wolle sie die Verantwortung übernehmen.

Im ersten Wahlgang hatte Beutler den Angriff aufs Stadtpräsidium noch einer weniger aussichtsreichen Parteikollegin überlassen. Diese schaffte am 4. März zwar überraschend den Sprung in die Exekutive; es gelang ihr allerdings nicht, Künzle ernsthaft gefährlich zu werden. Anders Yvonne Beutler: Sie erzielte mit 19 814 Stimmen das beste Resultat aller Kandidierenden und distanzierte Künzle um rund 3900 Stimmen. Dass Links-grün in der Regierung künftig wieder die Mehrheit stellen wird, hat sie zum Umdenken bewegt. «Wir haben die Chance, die Zukunft der Stadt massgeblich mitzugestalten», sagt Beutler. Von ihrer Partei ist sie Mitte März einstimmig für den zweiten Wahlgang nominiert worden. «Es hat Mut gebraucht, meine Meinung zu ändern. Es wäre einfacher ge­wesen, zu kneifen».

Ihr Spitzenresultat zeige, dass Yvonne Beutler für weite Kreise wählbar sei, sagt Mattea Meyer, Co-Präsidentin der SP. Die Finanzvorsteherin mache eine unabhängige und zukunftsgerichtete Politik, die den Interessen der Bevölkerung verpflichtet sei. Zudem sei die Zeit reif für die erste Stadtpräsidentin Winterthurs, so Meyer.

Sie sei von vielen Frauen dazu ermuntert worden, anzutreten, berichtet Beutler. Sie wolle allerdings in erster Linie durch ihren Leistungsausweis überzeugen. Die einstige Friedensrichterin politisiert am rechten, reformorientierten Flügel ihrer Partei. In der auslaufenden Legislatur musste sie die Sparziele des bürgerlichen Stadtrats umzusetzen – für eine Linke keine ein­fache Aufgabe. Sie ging diese jedoch sachlich an und fiel mit souveränen Auftritten in der Öffentlichkeit auf. Vor den Regierungsratswahlen 2014 war sie als mögliche Bewerberin im Gespräch. 2017 sorgte sie für Schlagzeilen, als sie die Unternehmenssteuerreform III bekämpfte und sich damit gegen Künzle stellte.

Die Herausforderin sei ernst zu nehmen, sagt CVP-Präsident Andreas Geering. Sie habe das beste Wahlergebnis erzielt. Das links-grüne und das bürgerliche Lager seien im Par­la­ment etwa gleich stark ver­treten. «Das Rennen ist offen.» Geering zeigt sich allerdings irritiert, dass die SP-Kandidatin im ersten Wahlgang mit dem Hinweis auf ihre Familie und eine Weiterbildung auf eine Kandidatur verzichtet hatte. «Woher will sie die nötige Zeit nun plötzlich nehmen?»

Sie habe mit ihrer Familie intensiv diskutiert, was das Amt bedeuten würde, sagt Yvonne Beutler, die verheiratet ist und einen 11-jährigen Sohn hat. «Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir das packen.»

Eveline Rutz

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