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WAHLEN: Triumph für die Stadtzürcher Linke

Bei den Stadtratwahlen bleibt der Angriff der bürgerlichen Parteien chancenlos. Zürich ist weiter fest in linker Hand. Auch das Parlament rutscht nach links. Als Stadtpräsidentin wird Corine Mauch (SP) wiedergewählt.
Richard Clavadetscher
Corine Mauch kommt in allen Kreisen auf das jeweils beste Ergebnis. Insgesamt konnte sie 6 (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Corine Mauch kommt in allen Kreisen auf das jeweils beste Ergebnis. Insgesamt konnte sie 6 (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Richard Clavadetscher

Der Wahlkampf in der Stadt Zürich war lang – deutlich länger als der lange Abstimmungskampf zu «No Billag». Und er war nicht ohne Knalleffekt: SP-Stadträtin Claudia Nielsen, wegen der Stadtspitäler Triemli und Waid schon länger unter Druck, erklärte Anfang Februar ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur. Das war für die SP zu knapp für eine Nachnomination, weshalb diese Partei künftig nur noch mit drei statt wie bisher mit vier Köpfen in der städtischen Exekutive vertreten ist. Weil neben Gesundheitsvorsteherin Nielsen auch Andres Türler (FDP, Industrielle Betriebe) und Gerold Lauber (CVP, Schule und Sport) nicht mehr antraten, also ein Drittel der städtischen Exekutive neu zu besetzen war, präsentierte sich der Wahlkampf spannend. Die Zürcher Wählerinnen und Wähler hatten gestern nicht weniger als 18 Kandidierende für die 9 Stadtratsitze zur Auswahl, darunter auch Parteilose ohne jede Chance auf einen Wahlerfolg.

Und so sieht nun der neue Zürcher Stadtrat aus: Von den Bisherigen sind alle wiedergewählt: Neben den drei SP-Vertretern Corine Mauch, Raphael Golta und André Odermatt zudem der Grüne Daniel Leupi, Filippo Leutenegger (FDP) sowie Richard Wolff (AL). Neu in die städtische Exekutive ziehen ein: die Grüne Karin Rykart, der Grün­liberale Andreas Hauri sowie Michael Baumer (FDP). 3 SP, 2 Grüne, 2 FDP, 1 AL, 1 GLP – dies also ist die Parteiformel der neuen Stadtzürcher Exekutive.

Beobachter, aber auch die Kandidatin selber sind der Meinung, dass Karin Rykart mit ihrem sehr guten Resultat – Rang 5 und damit noch vor den Bisherigen Wolff und Leutenegger – von drei Gegebenheiten profitiert hat: einmal von der Beschränkung der Sozialdemokraten auf drei Kandidierende, dann aber auch vom Frauenbonus und schliesslich von der «No Billag»-Initiative, die offenbar die Wählerinnen und Wähler aus dem ­linken und grünen Spektrum weit besser mobilisieren konnte als jene der bürgerlichen Seite. Die Stimmbeteiligung betrug 42,3 Prozent. Nicht gewählt worden ist CVP-Kandidat Markus Hungerbühler, der den nicht mehr antretenden Gerold Lauber hätte ersetzen sollen. Diese Partei verliert somit nach zwölf Jahren ihren Sitz im Zürcher Stadtrat. Chancenlos blieben trotz eines engagierten Wahlkampfes auch die beiden SVP-Vertreter Susanne Brunner und Roger Bartholdi. Die SVP hat es also auch nach 28 Jahren Absenz nicht geschafft, in der städtischen Exekutive wieder Fuss zu fassen.

Bürgerliche sind die «Flop 5»

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Das bürgerliche Ticket «Top 5» hat aufgrund des schlechten Abschneidens denn auch schon den Übernamen «Flop 5» erhalten. Zwar liessen die bürgerlichen Parteien in diesem Wahlkampf die Animositäten von früher hinter sich, aber ganz offensichtlich ist deren Basis noch nicht so weit. Auch scheinen die Zürcher Wählerinnen und Wähler den Zustand der wichtigsten Schweizer Stadt nicht so negativ einzuschätzen, wie «Top 5» es ihnen hat glauben machen wollen.

Was das Stadtpräsidium betrifft, bleibt alles beim Alten: Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) schaffte die Wiederwahl mit einem Glanzresultat. Herausforderer Filippo Leutenegger (FDP) scheiterte auch beim zweiten Versuch deutlich. Andreas Hauri von den Grünliberalen blieb ebenfalls chancenlos. Mauch war denn auch erfreut über ihr sehr gutes Abschneiden: «Ich freue mich unglaublich über diesen grossen Vertrauensbeweis. Die Bevölkerung ist überzeugt, dass ich eine Stadtpräsidentin von allen bin – auch von jenen, die mich nicht gewählt haben.»

CVP scheitert an der Fünfprozenthürde

Die SP ist die grosse Gewinnerin. Sie bleibt nicht nur stärkste Kraft im Stadtzürcher Parlament, sie legt in allen Kreisen zu. Sie holt knapp ein Drittel der Stimmen und damit den grössten Wähleranteil. Die zweitplatzierte Partei ist neu mit 16,3 Prozent die FDP, die SVP liegt mit 13,4 Prozent auf dem dritten Platz. Die SVP verliert überall Wähleranteile. Die CVP fliegt aus dem Parlament. Sie scheitert an der Fünfprozenthürde. Sie schafft es in ein keinem der Wahlkreise, die Fünfprozentmarke zu überwinden. Allerdings treten die Kleinparteien EVP und BDP in den Gemeinderat ein.

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