WAHLKAMPF: BDP und CVP attackieren FDP

CVP und BDP werden Ende Jahr eine Partei-Union gründen. Ziel ist, der FDP einen Bundesratssitz zu nehmen.

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Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf unterhält sich gestern während der BDP-Versammlung in Luzern mit Parteipräsident Martin Landolt. (Bild Philipp Schmidli)

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf unterhält sich gestern während der BDP-Versammlung in Luzern mit Parteipräsident Martin Landolt. (Bild Philipp Schmidli)

fak. Nach den Sommerferien werden BDP und CVP die Bildung einer gemeinsamen Fraktion und Parteiunion nach dem Vorbild der deutschen CDU und CSU präsentieren. Noch Ende diesen Jahres soll ein entsprechender Vertrag unterzeichnet werden.

Vordringliches Ziel dieses Zusammenschlusses ist, der Mitte zwei Bundesratssitze zu sichern – auf Kosten der FDP. Denn werden Wähleranteile von BDP und CVP zusammengezählt, ist die Union stärker als die FDP. Dies selbst dann, wenn die CVP bei den nationalen Wahlen im kommenden Jahr noch leicht verlieren sollte. Ist die FDP nur noch vierstärkste Kraft im Parlament, steht ihr gemäss Zauberformel nur noch ein Bundesratssitz zu. So könnte man der SVP den zweiten Sitz zurückgeben, ohne die Mitteparteien zu schwächen. Die Hoffnung der Unionsplaner: Statt BDP-Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf stehen im Wahlkampf die FDP-Bundesräte Didier Burkhalter und Johann Schneider-Ammann im Fokus.

Union nur ein Zwischenschritt

Mittelfristig verfolgt die Union noch ein weiteres Ziel: Sie soll den Einfluss der Mitteparteien zementieren. Vor allem in der CVP hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass man den Niedergang zur regionalen «Sonderbundspartei» nur gemeinsam mit der BDP aufhalten kann. Die Union ist dabei nur ein Zwischenschritt: Nach ersten Fusionen von Kantonalparteien wird auch auf nationaler Ebene eine gemeinsame Zentrumspartei nicht ausgeschlossen.