Warum die Schweiz und die USA plötzlich beste Freunde sind

Absatzmarkt mit Potenzial, unaufgeregt und im Aufbau verblüffend ähnlich – 10 Gründe warum die Schweiz und die USA plötzlich beste Freunde sind.

Renzo Ruf, Washington
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«It’s the Economy, stupid!»

«Es ist die Wirtschaft, Dummchen» – so lautete Bill Clintons Wahlkampfslogan 1992. Die Schweiz ist dank eines Handelsvolumens von mehr als 120 Milliarden Dollar einer der führenden ökonomischen Partner der USA und Schweizer Firmen gehören zu den wichtigsten Investoren und Arbeitsplatzschaffern in Amerika. Dies kommt der Regierung von Präsident Trump im Wahlkampf 2020 entgegen.

Der Absatzmarkt Schweiz hat reichlich Potenzial

Amerikanische Firmen sehen in der Schweiz ungenutzte Möglichkeiten; gleichzeitig dient die Schweiz vielen US-Firmen als Sprungbrett für den europäischen Markt.

Die Schweiz ist ungebunden

Weil die Schweiz kein Mitglied der EU ist, sind die Wege in Bundesbern kürzer als Berlin oder Paris. Das ist ein Vorteil, zumindest auf dem Papier – sind dem Präsidenten multilaterale Staatsgebilde und Organisationen doch ein Graus.

Die Schweiz ist unaufgeregt

Während amerikanische Regierungsmitglieder in anderen Staaten mit Demonstrationen empfangen werden, kann Aussenminister Mike Pompeo in Bern ungehindert durch die Altstadt spazieren.

Die Schweiz gibt sich unprätentiös

Als Kleinstaat ist sich die Schweiz gewohnt, nicht allzu viele Bedingungen zu stellen. Andere Regierungen hätten sich geweigert, eine kurzfristige Einladung des Weissen Hauses anzunehmen; der Schweizer Bundespräsident nahm das nächste Flugzeug nach Washington.

Keine Belehrungen

Schweizer Regierungsvertreter haben bisher weitgehend darauf verzichtet, wenigstens in der Öffentlichkeit, die Arbeit und das Auftreten der Regierung Trump zu kommentieren. Das wird in Washington registriert.

Die Schweiz ist, im Aufbau, den USA verblüffend ähnlich

Konservative Amerikaner weisen auf die Parallelen im Staatsaufbau Amerikas und der Schweiz hin, etwa bei der Ausgestaltung des Parlaments. Das schafft Vertrauen.

Ed Mullen zieht hinter den Kulissen die Fäden

Die Schweiz profitiert davon, dass der US-Botschafter in Bern, eingesetzt durch Trump, gute Drähte zur Regierung besitzt und Treffen mit hochrangigen Vertretern organisieren kann.

John Bolton hat Pläne für die Schweiz

Eine wichtige Rolle spielt auch der einflussreiche Sicherheitsberater des Präsidenten, der allem Anschein nach für die Schweiz eine Rolle im globalen Spiel der Mächte vorgesehen hat, als Briefträger oder Vermittler.

Keine offenen Fragen mehr

Bundesbern profitiert in den Beziehungen mit den USA auch davon, dass alte Streitpunkte – Stichwort: Schwarzgeld und nachrichtenlose Vermögen – gelöst werden konnten.