Wegen Coronakrise: Einsiedler Braumeister Alois Gmür musste 20'000 Liter Bier entsorgen

Die Brauereien leiden unter massiven Umsatzeinbussen. Und nicht nur das: Der Schwyzer CVP-Nationalrat Alois Gmür musste 20'000 Liter Bier in die Abwasserreinigung schütten.

Kari Kälin
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Prost für die Abwasserreinigung: CVP-Nationalrat und Braumeister Alois Gmür musste wegen der Coronakrise 20'000 Liter Bier wegschütten.

Prost für die Abwasserreinigung: CVP-Nationalrat und Braumeister Alois Gmür musste wegen der Coronakrise 20'000 Liter Bier wegschütten.

Bild: Mischa Christen

Das Lager war anfangs März voll. Das Bier für die Feste im Mai und Juni gebraut. Man wollte für die wärmeren Monate mit Openairs und Schwingfesten gewappnet sein. Dann kam der Lockdown. Mit den Restaurantschliessungen entfiel das Feierabendbier. Im April sank der Umsatz der Brauerei Rosengarten AG in Einsiedeln um 70 Prozent. In den Tänken gärte das Bier, das niemand trinken würde, weiter. Wenn es zu lange lagert und gärt, wird es ungeniessbar. Die Brauerei sah sich deshalb schweren Herzens gezwungen, 20'000 Liter Bier zu entsorgen – «s Senkloch ab», wie Alois Gmür, Mitinhaber des Familienunternehmens, dem «Tages-Anzeiger» sagte. Man habe erwogen, aus dem Alkohol Desinfektionsmittel zu fabrizieren. Doch dafür habe kein Bedarf mehr bestanden, sagt der Schwyzer CVP-Nationalrat.

Unterdessen ist der Umsatz wieder auf die Hälfte gegenüber den Zeiten vor der Coronakrise gestiegen. Doch die Einbussen bleiben happig. Gleichwohl ruft der Brauereiverband nicht nach staatlicher Unterstützung. «Wir versuchen, die Baisse ohne Hilfe durchzustehen», sagt Gmür. Er erwartet aber, dass der Staat dafür die Brauer mit neuen Werbeverboten und anderen Vorschriften in Ruhe lässt.

Die Weinbauern hingegen klopften beim Bundesrat an und erhielten ein 10-Millionen-Franken schweres Corona-Hilfspaket. Was Gmür eine spitze Bemerkung entlockt:

«Vielleicht ist das der grosse Unterschied zwischen Brauern und Bauern.»
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