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WEINFELDEN: Arbeitsloser vertippt sich bei Bewerbung und wird bestraft

Weil sich ein arbeitsloser Automechaniker aus dem Thurgau bei der E-Mail-Adresse für eine Online-Bewerbung vertippt hat, sind ihm 18 Taggelder gekürzt worden. Diese Strafe ist gemäss dem Bundesgericht korrekt.
Ein Mann schreibt eine Bewerbung (Symbolbild). (Bild: Archiv Neue LZ)

Ein Mann schreibt eine Bewerbung (Symbolbild). (Bild: Archiv Neue LZ)

Wie das Onlineportal tagblatt.ch am Montag schrieb, hatte der arbeitslose Automechaniker von seiner RAV-Beraterin die Anweisung bekommen, sich auf ein Stelleninserat als Werkstattleiter zu bewerben. Die Bewerbung war innert dreier Tage vorzunehmen und konnte schriftlich oder elektronisch erfolgen.

Der 30-Jährige schickte seine Bewerbungsunterlagen per E-Mail, vertippte sich jedoch beim Absender. Obwohl er eine automatische Antwort bekam, merkte der Arbeitslose nicht, dass seine Bewerbung nicht angekommen war.

Als Strafe kürzte das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) dem Mann die Taggelder um 31 Tage. Der Automechaniker habe zwar die vorgeschlagene Stelle nicht abgelehnt, er habe durch sein Verhalten jedoch in Kauf genommen, dass die Stelle anderweitig besetzt worden sei.

Der 30-Jährige wehrte sich gegen die Kürzung der Taggelder beim Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau in Weinfelden. Der Anwalt des Automechanikers argumentierte, der Versicherte habe die Stelle nicht abgelehnt, sondern diese durch ein Versehen nicht bekommen. Das Gericht wertete das Verschulden des Mannes lediglich als mittelschwer und reduzierte die Zahl der gestrichenen Taggelder auf 18 (Urteil vom 21. April).

Liederliche Bewerbung

Der Mann war damit jedoch nicht zufrieden und reichte eine Beschwerde beim Bundesgericht ein. Dieses wies die Beschwerde ab. Die Kürzung der Taggelder sei rechtens, da der Automechaniker die Chance auf eine Anstellung durch seine liederlichen Bewerbungsunterlagen vertan habe.

Gemäss dem Urteil war auch der Gruss des E-Mails «Mi freundlichen Grüssen» nicht fehlerfrei. Zwar habe sich der Versicherte als Mechaniker und nicht als kaufmännischer Angestellter beworben. Dies entlaste ihn jedoch nicht. Vielmehr hätte er eine umso grössere Sorgfalt walten lassen müssen, wenn ihm immer wieder Tippfehler unterlaufen, heisst es im Urteil.

Beim Arbeitgeber nachfragen

Allerdings gehe es nicht um die Tippfehler, sondern darum, dass sich der Arbeitslose nicht beim potenziellen Arbeitgeber nach dem Erhalt seiner Bewerbung erkundigt habe. Die Vorinstanz sei daher zu Recht davon ausgegangen, dass der Versicherte die Weisung des RAV vom 27. Mai 2015, sich innert drei Tagen zu bewerben, wegen mangelnder Sorgfalt nicht befolgt habe. Die Kürzung des Arbeitslosengelder um 18 Taggelder sei korrekt.

Der Beschwerdeführer muss die Gerichtskosten von 500 Franken bezahlen, wie die sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts in Luzern Ende Juni urteilte. (Urteil: 8C_339/2016)

sda

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